Erstellt am 05. September 2011, 15:16

Biobauern durch Supermarkt-Eigenmarken unter Druck. Bio boomt in Österreich seit Jahren. Allein zwischen 2006 und 2010 legte der Bioanteil im Frischesegment des Lebensmitteleinzelhandels um mehr als die Hälfte auf 306 Mio. Euro zu. Die großen Handelsunternehmen wie Spar, Rewe und Hofer mischen mit ihren Eigenmarken im Verkauf von Bio-Produkten groß mit. Bio-Österreich-Obmann Vierbauch beklagt den dadurch entstehenden hohen Preisdruck.

Bei Bio-Eigenmarken, etwa bei Milch, gebe es oftmals keinen großen Preisunterschied mehr zu konventionellen Lebensmitteln, so Vierbauch. Die Preisdifferenz zwischen biologischen und konventionellen Produkten bewegt sich laut AMA - etwa bei Milch, Käse und Kartoffeln - zwischen sieben und zehn Prozent. Den größten Preisunterschied von 50 Prozent und mehr gebe es bei Fleisch, erklärte Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing. Der Preisunterschied bei Fleisch sei vor allem auf deutlich höhere Futterkosten zurückzuführen.

Biologische Nahrungsmittel seien nun den selben Marktgesetzen ausgesetzt wie konventionelle Produkte, so der Bio-Österreich-Chef. Landwirtschaftsminister Berlakovich (ÖVP) sieht den "gesamten Agrarbereich" unter Preisdruck durch die Handels-Eigenmarken. Man müsse sich gegen die "Geiz ist geil"-Mentalität wehren.

Der Bio-Anteil im Frischesegment klafft je nach Produktgruppe weit auseinander: Bei Frischmilch hält Bio laut AMA heute mengenmäßig einen Marktanteil von 16,7 Prozent und bei Kartoffeln (12,5 Prozent), aber bei Fleisch & Geflügel nur einen Anteil von 1,7 Prozent. Bei Wurst & Schinken ist es nur 1 Prozent. Bio waren insgesamt 7,4 Prozent aller Frischeeinkäufe.

Auch flächenmäßig spielt die Biolandwirtschaft eine immer größere Rolle: 20 Prozent der Agrarfläche werden in Österreich nach Bio-Kriterien bewirtschaftet und jeder siebente Bauer ist bereits Bio-Landwirt. Im Biolandbau sind laut Berlakovich insgesamt rund 23.000 Personen beschäftigt.