Erstellt am 21. September 2011, 00:00

Biogasanlagen boomen. ENERGIE / Während österreichweit Biogasanlagen Konkurs anmelden, werden im Burgenland jährlich neue errichtet.

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VON DORIS SEEBACHER

Landwirtschaftliche Betriebe, die ihre Energie selbst erzeugen möchten, errichten sich eine eigene Biogasanlage. „Erst vorige Woche wurde wieder eine Neue eröffnet“, berichtet Stephan Scheffknecht, zuständig für erneuerbare Energie in der Landwirtschaftskammer Burgenland (LWK). In den vergangenen drei bis vier Jahren sah die Situation noch anders aus. „Denn das alte Ökostromgesetz hat keine Anreize für die Errichtung von Biogasanlagen geboten“. Rund 20 Biogasanlagen stehen derzeit im Burgenland. Von Konkursen wie beispielsweise in Niederösterreich sei in der LWK nichts bekannt. Im Gegenteil. „Biogasanlagen haben bei uns Zukunft, vor allem in Betrieben mit Viehwirtschaft“, so Scheffknecht. Denn zusätzlich zum Einspeisetarif gibt es für die Biogasanlagenbetreiber auch einen Rohstoffzuschlag.

Wie funktioniert so  eine Biogasanlage?

„Rohstoffe werden fermentiert – durch die daraus entstehenden Rohstoffe entsteht Biogas. Dieses wird in einem Motor verbrannt und der angeschlossene Generator erzeugt Strom“, erklärt Scheffknecht. Sinn machen diese Anlagen jedoch nur dann, wenn der Strom auch eingespeist wird. „Dazu wird ein Vertrag mit der OeMAG, die offizielle Abwicklungsstelle für Ökostrom, abgeschlossen, bei dem man 16,8 Cent pro Kilowattstunde bekommt. Der Strom für den Eigenbedarf wird dann um sechs bis sieben Cent beim Stromanbieter gekauft“, erklärt Scheffknecht das System. Weitere Möglichkeiten und Vorteile von Biogasanlagen: Die entstehende Wärme kann Warmwasser oder Raumwärme genutzt oder auch als Gas für den eigenen Fuhrpark verwendet werden.