Erstellt am 02. September 2011, 05:15

BIP-Wachstumseinbruch erst für 2012 erwartet. Obwohl sich die Konjunktur in Österreich im heurigen zweiten Halbjahr schon eintrübt, wird die Oesterreichische Nationalbank ihre BIP-Prognose für 2011 nicht nach unten revidieren, wohl aber für 2012. Seit der Juni-Prognose erwartete die OeNB für Österreich ein reales BIP-Wachstum von 3,2 Prozent für heuer und von 2,3 Prozent für 2012.

Obwohl sich die Konjunktur in Österreich im heurigen zweiten Halbjahr schon eintrübt, wird die Oesterreichische Nationalbank ihre BIP-Prognose für 2011 nicht nach unten revidieren, wohl aber für 2012. Seit der Juni-Prognose erwartete die OeNB für Österreich ein reales BIP-Wachstum von 3,2 Prozent für heuer und von 2,3 Prozent für 2012.

Im ersten Halbjahr 2011 war die Wirtschaft noch stark gewachsen, in der zweiten Jahreshälfte ist hingegen nur mehr ein schwaches Wachstum in Sicht. Eine weitere Eintrübung könne relativ rasch gehen, sagte OeNB-Chef Ewald Nowotny am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Alpbach. "Wir gehen davon aus, dass unsere Prognose für heuer von rund 3 Prozent halten wird", sagte Nowotny - allerdings ebenfalls vorsichtig.

Eine Abwärtsrevision für 2012 hat er aus heutiger Sicht aber dezidiert nicht mehr ausgeschlossen. "Wir glauben, dass wir für Österreich und Deutschland für 2011 noch keinen Wachstumseinbruch haben, aber wir befürchten sehr stark, dass es für 2012 doch zu einer deutlichen Erschwernis kommen kann", sagte Nowotny.

Bei der Inflation in Österreich - die zuletzt besonders stark gestiegen ist - erwartet der OeNB-Chef für nächstes Jahr deutlich niedrigere Inflationsraten, die sich zwischen 2 und 2,2 Prozent bewegen sollten. Die vergleichsweise noch gute Wirtschaftsentwicklung im heurigen Jahr sollte positiv auf die heimische Budgetentwicklung wirken, wo die OeNB die Defizitgrenze von 3 Prozent schon nächstes Jahr erwartet. Heuer sollen es 3,3 Prozent Defizit sein.

Die Emission gemeinsamer europäischer Anleihen zur Schuldenfinanzierung (Eurobonds) ist für Nowotny derzeit keine Option. Als Notenbankchef sei er zu Pragmatismus verurteilt. Der Einsatz von Eurobonds sei nur möglich, wenn man die EU-Verträge ändere.