Erstellt am 16. September 2011, 09:47

BIP wuchs im zweiten Quartal nur 0,7 Prozent. Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal etwas schwächer gewachsen als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gegenüber dem Vorquartal real nur um 0,7 Prozent statt der ursprünglich errechneten 1,0 Prozent. Dies gab am Freitag das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) bekannt.

Mit der Revision nach unten trägt das WIFO einerseits den vor einer Woche von der Statistik Austria publizierten BIP-Jahresdaten für das Vorjahr Rechnung und wendet andererseits auch ein neues Verkettungsverfahren zur Ermittlung realer Absolutwerte an.

Leicht nach unten gesetzt hat das WIFO bei der Neuberechnung zudem den realen BIP-Zuwachs für das erste Quartal, der jetzt mit 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal festgestellt wurde nach zuvor 0,9 Prozent. Damit expandierte die heimische Wirtschaft heuer im ersten Halbjahr im Jahresabstand real um 3,8 Prozent, erklärte das Institut in einer Aussendung.

Den BIP-Anstieg im Jahresabstand beziffert das WIFO für das zweite Quartal nun mit 3,4 Prozent, nach noch 3,7 Prozent bei der Erstschätzung Mitte August. Für das erste Quartal wurde das Plus aber bei unverändert 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal belassen.

Abgeschwächt hat sich laut WIFO im zweiten Quartal vor allem der Warenexport: Nach noch real 3,1 Prozent Anstieg im Auftaktquartal nahm er im zweiten Vierteljahr nur mehr um 0,5 Prozent zu. Aufgrund des Rückgangs des Reiseverkehrsexports verringerte sich auch die Ausfuhr von Dienstleistungen im zweiten Quartal - und zwar um 0,5 Prozent - nach noch 1,0 Prozent Zuwachs im ersten Quartal.

Die Konsumausgaben der privaten Haushalte entwickeln sich nach Angaben des Wirtschaftsforschungsinstituts von Freitag "gut, obwohl die Einkommen wegen der hohen Inflationsrate real rückläufig sind". Im zweiten Quartal wuchsen die Konsumausgaben real um 0,4 Prozent, nachdem sie zum Jahresauftakt im gleichen Ausmaß gesunken waren.

Mit dem Nachlassen der Expansion des heimischen Warenexports schrumpfte auch der Wertschöpfungszuwachs in der Warenproduktion von 4,2 Prozent im ersten Quartal auf 0,8 Prozent im Folgequartal.