Erstellt am 21. Juni 2012, 11:38

Bis 2050 Ökostrom-Anteil von 90 Prozent möglich. Der Strombedarf Europas könnte einer Studie zufolge bis Mitte des Jahrhunderts mit Hilfe von Wüstenstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten zum größten Teil aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Ein Ökostromanteil in Europa von über 90 Prozent bis 2050 sei "technisch möglich und wirtschaftlich machbar", heißt es in einer Studie der Wüstenstrom-Gesellschaft Desertec Industrial Initiative (DII). Bis zu 20 Prozent ihres Stroms könnten die Europäer demnach aus Nordafrika oder dem Nahen Osten beziehen. Strom aus Windkraft würde demnach den größten Teil der Energie aus den Wüstenregionen rund um das Mittelmeer ausmachen, gefolgt von Solarstrom, heißt es in der Studie.

Zugleich könne Europa auf diesem Weg viel Geld in der Stromerzeugung sparen. Die Kosten für Ökostrom aus den Mittelmeer-Anrainerregionen lägen 20 Prozent unter den Ausgaben bei einer Produktion in Europa selbst. Ein solches internationales Versorgungssystem würde es zudem ermöglichen, die europäischen Kohlendioxid-Ziele bei der Energieerzeugung mit einer Verringerung des Ausstoßes um 95 Prozent zu erreichen.

Das Wüstenstrom-Projekt Desertec war Ende 2009 an den Start gegangen und gilt als das derzeit ehrgeizigste Infrastrukturprojekt der Welt mit notwendigen Investitionen in Höhe von rund 400 Mrd. Euro. Bis 2050 sollen in Nordafrika und im Nahen Osten große Solarkraftwerke und Windparks entstehen, um einen großen Teil des örtlichen und auch Teile des europäischen Stromverbrauchs zu decken.