Erstellt am 28. April 2016, 16:00

von APA/Red

Bis zu 150 Mio. Euro Frostschäden. Temperaturen unter Null Grad in den vergangenen Nächten haben im Burgenland nach Angaben der Landwirtschaftskammer enorme Frostschäden verursacht.

 |  NOEN, APA (AFP)
Laut den Erhebungen müsse man mit einem Wertschöpfungsverlust von bis zu 150 Mio. Euro ausgehen, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Der Weinbauverband befürchtet unterdessen allein für Weinkulturen einen dreistelligen Millionenschaden.

Rund 45 Prozent der Weingartenfläche und 70 Prozent der Obstkulturen sowie andere Spezialkulturen wie Grünspargel, Zuckermais, Kürbis, Frühkartoffeln und Fisolen seien zum Teil geschädigt. "Diese Schäden treffen die Bauern zu einer Zeit, in der die Landwirtschaft mit extrem niedrigen Marktpreisen und damit verbunden Einkommensverlusten zu kämpfen hat", erklärte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger.

Neue Betriebe in schwieriger Situation

Viele Betriebe befänden sich bereits jetzt in einer außerordentlich schwierigen finanziellen Situation: "Diese neuerliche Wetterkatastrophe bringt die vielen Betroffenen in eine ausweglose Lage", stellte Hautzinger fest.

Nach Schätzungen des Weinbauverbandes betragen die Ausfälle bei Weinkulturen in manchen Gebieten bis 100 Prozent. "Derzeit lässt sich der entstandene Schaden in der Burgenländischen Weinwirtschaft mit etwa 100 bis 150 Millionen Euro beziffern", teilte Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld mit.

Beim Weinbauverband sprach man von dramatischen Ereignissen, "die es in dieser Form noch nie gab". Habe der ausgezeichnete Jahrgang 2015 positive Stimmung unter den Weinbauern zugelassen, scheine dieser nach den derzeitigen Vorkommnissen "gänzlich zerstört" zu sein. Im gesamten Burgenland hätten die Temperaturen unter Null Grad in den letzten zwei Nächten im gegenwärtigen Entwicklungsstadium der Reben zu massiven Frostschäden geführt, vor allem in Junganlagen.

"Dramatische Folgen" für Winzer

Liegenfeld befürchtet "dramatische Folgen" für die Winzer: Wegen der geringer ausfallenden Ernte werde es nämlich nicht möglich sein, alle Märkte mit Weinen zu bestücken. In weiterer Folge könne es passieren, dass jene burgenländischen Betriebe, die nicht liefern können, durch andere ersetzt würden: "Jahrelange Vorarbeit wäre somit mit einem Schlag zunichtegemacht."

Angesichts des zu erwartenden Schadensausmaßes forderte der Landwirtschaftskammerpräsident "eine sofortige Einkommensunterstützung für die Betriebe" Auch Liegenfeld und ÖVP-Agrarsprecher Walter Temmel verlangten eine Unterstützung der Betroffenen durch die öffentliche Hand. Konkretere Aussagen zur Schadenshöhe werde man erst in den kommenden Tagen machen können, so Liegenfeld.