Erstellt am 30. Mai 2012, 15:38

Branche sieht heimische Leiharbeit im Vormarsch. Der Wirtschaftskammer-Fachverband der Personaldienstleister will den Vorwurf des "hire and fire", also dass Leiharbeitsfirmen ihre Mitarbeiter schnell wieder feuern, jetzt entkräften und startete dazu eine Werbekampagne unter dem Titel "Zeitarbeit verdient Anerkennung".

In der Zukunft werde Personalleasing immer wichtiger, erklärten Erich Glaser und Gerhard Flenreiss vom Fachverband am Mittwoch. Leiharbeiter verdienen "in vielen Fällen besser" als die Stammbelegschaft, oder zumindest nicht weniger, so Glaser und Flenreiss. In Zukunft werde die Loyalität gegenüber einem Unternehmen als Arbeitgeber sinken und Arbeit insgesamt flexibler, prognostizieren die Branchenvertreter. Für sie sei das "Korsett an Regulierungen" eng genug und dürfte nicht noch weiter verschärft werden.

Unverständnis herrscht deshalb gegenüber der Auflösungsabgabe, die im Sparpaket der Regierung beschlossen wurde. 110 Euro Strafe muss für jedes beendete Arbeitsverhältnis gezahlt werden. Das Geld fließt zum Arbeitsmarktservice. Davon würden die Personaldienstleister aber nichts abbekommen. Die Branche hofft zumindest, in die sogenannten Eingliederungsbeiträge des AMS einbezogen zu werden.

Trotz schlechter Prognose sei die Zeitarbeitsbranche gut in das laufende Jahr gestartet. "Weniger dramatisch als befürchtet", kommentierte Glaser. Für das zweite Halbjahr 2012 rechnet er mit ähnlichen Zahlen.

Jeder vierte bis fünfte Arbeitssuchende am AMS landet mittlerweile bei einem Personaldienstleister, die ihre Mitarbeiter wiederum an Unternehmen verleihen. In Österreich sind drei Viertel der Leiharbeiter männlich, ein Viertel sind Frauen. Nach derzeitigem Stand gibt es in Österreich 680 Leiharbeitsfirmen mit rund 1.300 Standorten. Laut der letzten Stichtagserhebung im August 2011 gibt es in Österreich knapp 75.000 Zeitarbeiter.