Erstellt am 02. Mai 2013, 00:00

Brennpunkte im Verkehr. Startschuss /  Unter Einbindung der Öffentlichkeit wird am Konzept gefeilt. Fragezeichen gibt es viele.

Verkehrs-Enquete: Pendlerforum-Obmann Wolfgang Sodl, Csaba Székely (Raaberbahn), Verkehrskoordinator Peter Zinggl, Landeshauptmann Hans Niessl, Helmuth Wolf (ÖBB), Ziviltechniker Werner Rosinak und Universitätsprofessor Gerd Sammer (v.l.).  |  NOEN, Foto: Landesmedienservice
Von Wolfgang Millendorfer

Ein Jahr lang gibt sich das Burgenland Zeit, um auf breiter Basis ein neues Gesamtverkehrskonzept zu erarbeiten. Neben großen – und oft nicht unum-strittenenen – Straßenprojekten und dem öffentlichen Verkehr stehen dabei auch die Pendler im Fokus. Ein zentraler Punkt: Für alle Burgenländer soll es die Möglichkeit geben, die eigene Meinung kundzutun und auf Problemfelder hinzuweisen.

„Uns geht es vor allem darum, dass konstruktive Vorschläge gemacht werden“, meinte Landeshauptmann Hans Niessl bei der vorwöchigen Verkehrs-Enquete im Kulturzentrum Eisenstadt. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion gab es erste Einblicke in brennende Verkehrsfragen und dazu mögliche Lösungsansätze von Experten. Das Publikum war dabei – auch aus politischer Sicht – bunt gemischt.

Heikle Straßen-Projekte und Ausbau der Bahn 

Neben bereits bekannten Fragezeichen – wie dem Ausbau der B61a im Mittel- und dem Bau der S7 im Südburgenland – tauchten im Zuge der Präsentation auch altbekannte Projekte wieder auf. So etwa die geplante Verlängerung der A3 zwischen Wulkaprodersdorf und der ungarischen Grenze, die bei den Anrainergemeinden schon vor Jahren für Wirbel gesorgt hatte.

Noch ungelöst sind auch Fragen des öffentlichen Verkehrs: Hier stehen Bahnprojekte wie die bessere Anbindung der Landes- an die Bundeshauptstadt sowie Lücken im Südburgenland auf der Tagesordnung.

x  |  NOEN, Foto: Landesmedienservice
Selbstversuch: Ohne Auto durchs Land

Nicht ganz zufällig berichtete in diesem Zusammenhang Grünen-Sprecherin Regina Petrik ebenfalls in der Vorwoche von ihrem Selbstversuch, der sie ohne Auto auf beschwerlichen Wegen durch das Land führte. Mit Nationalrätin Christiane Brunner fordert Petrik daher „weniger Mega-Projekte im Straßenbau und mehr Konzept beim öffentlichen Verkehr“.

Eine offene Diskussion haben SPÖ und ÖVP jedenfalls nicht nur in der Regierung angekündigt. Mit vielen Veranstaltungen soll die Stimmung der Bevölkerung erhoben werden. Laut Verkehrskoordinator Peter Zinggl soll das den Anstoß zu intensiven Arbeitsprozessen geben.
 


Brennpunkte im Visier:

  • Dreispuriger Ausbau der A4 und Verlängerung der A3 bis zur Staatsgrenze – zwischen Wulkaprodersdorf und Klingenbach
  • Bau der Umfahrung Schützen
  • Verlängerung der B61a von Oberpullendorf bis zur Grenze
  • Bau der S7 im Lafnitztal
  • Errichtung von Park-and-Ride-Anlagen und Maßnahmen gegen das Parkpickerl in Wien
  • Errichtung der Bahnschleife Müllendorf – Eisenstadt: bessere Anbindung nach Wien
  • Ausbau der Bahnlinien Szombathely-Oberwart-Friedberg und Graz-Szentgotthárd