Erstellt am 02. Februar 2012, 14:59

Brisanter Abschlussbericht zur Telekom-Kursaffäre. In der Affäre rund um mutmaßliche Kursmanipulation und Boni-Zahlungen bei der Telekom Austria liegt nun der vorläufige Abschlussbericht des Bundesamts für Korruptionsbekämpfung (BAK) vor. Der Bericht belastet den gesamten damaligen Telekom-Vorstand schwer.

"Rudolf Fischer, Stefano Colombo, Heinz Sundt und Boris Nemsic als gesamte damalige Vorstandsriege der Telekom Austria ..... sind verdächtig", eine Manipulation des Telekom-Kurses bei der Euro-Invest Bank von Johannes Wanovits beauftragt zu haben, zitiert das Magazin. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Der Bericht stützt sich auf Aussagen mehrere Beschuldigter sowie auf bereits im Jahr 2005 angefertigte Notizen des Mitbeschuldigten Ex-Telekom-Managers Gernot Schieszler, der sich der Justiz als Kronzeuge angeboten hatte. Auch die Einsicht in den beigeschafften Akt der Finanzmarktaufsicht (FMA) habe den Verdacht verstärkt, dass die Euro Invest Bank den Ankauf für Dritte getätigt hatte, so der Polizeibericht.

Die mutmaßlichen Manipulationen in der Kursaffäre fanden bereits im Jahr 2004 statt. Die Auszahlung einer Bonuszahlung für rund 100 leitende Angestellte der Telekom im Rahmen eines Stock-Option-Programm soll betrügerisch erfolgt sein. Den vier Vorständen wird vorgeworfen, "dass der für das Schlagendwerden des Programms erforderliche Kurs der Aktie von 11,73 Euro aufgrund einer durch die Euro Invest Bank hergestellten künstlichen Nachfrage am Aktienmarkt erreicht wurde". Die Telekom habe so einen Schaden von rund 10 Mio. Euro erlitten.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gelte als gesichert, "dass Wanovits von Verantwortlichen der Telekom selbst mündlich beauftragt wurde, eine Kurssteigerung herbeizuführen". Als Gegenleistung habe er eine Mio. Euro "Risikoentschädigung" bekommen.