Erstellt am 13. März 2012, 14:06

Bulgarien will U-Ausschuss zu Hochegger-Aufträgen. Das bulgarische Parlament soll einen Untersuchungsausschuss ins Leben rufen, um die Beziehungen zwischen dem österreichischen Lobbyisten Peter Hochegger und dem sozialistischen Ex-Premier Sergej Stanischew (2005-2009) sowie seiner heutigen Lebensgefährtin Monika Janowa zu prüfen.

Dies schlug der Vizepremier und Innenminister Zwetan Zwetanow vor, berichtet die Onlinezeitung "Dnevnik.bg".

2008 bekam Hochegger, gegen den in Österreich wegen Korruption ermittelt wird, einen Auftrag von der damals regierenden Dreierkoalition unter Stanischew, um "das Image Bulgariens" in der EU angesichts von Berichten über alltäglich gewordene Korruption und organisierte Kriminalität zu verbessern. Die Ausschreibung hatte einen Wert von einer Million Euro. Als Subunternehmer fungierte in Bulgarien die PR-Agentur von Monika Janowa-Josifowa, die heute die Lebensgefährtin Stanischews ist und eine einjährige Tochter mit ihm hat. Sie ließ sich 2010 von ihrem Mann scheiden und legte den Namen Josifowa ab.

Die Wochenzeitung "Kapital" brachte aber ans Licht, dass trotz hartnäckiger Behauptungen Stanischews und Janowas, es habe nur einen Auftrag an Hochegger gegeben, es bereits im Jahr 2006 einen Auftrag im Wert von 500.000 Euro gab, bei der ebenfalls Janowa-Josifowas Agentur als Subunternehmer engagiert wurde. Diese war nach Medienberichten nicht öffentlich ausgeschrieben worden.

Janowa dementiert überhaupt, mit Hochegger zusammengearbeitet zu haben. Die Zeitung "Kapital" besitzt aber nach eigenen Angaben die Unterlagen des Vertrages aus dem Jahr. Es handle sich um Marktforschung für die älteste internationale Messe des Landes in Plowdiw. Der damalige Chef der Messe, Jordan Radew, bestätigt dies gegenüber der Wochenzeitung.