Erstellt am 26. Juli 2012, 09:27

Bund schreibt Kommunalkredit-Privatisierung aus. Die Finanzmarktbeteiligung AG des Bundes (Fimbag) hat den Verkauf des staatlichen Anteils der Ende 2008 notverstaatlichten Kommunalkredit (KA) nun offiziell ausgeschrieben. Als exklusiver Finanzberater agiert die Investmentbank Morgan Stanley.

Schriftliche Angebote müssen bis zum 16. August, 12 Uhr, bei Morgan Stanley eingehen .Die Fimbag behält sich unter anderem vor, die Frist zu verlängern oder den Prozess auch ganz abzubrechen. Seit der Übernahme der 99,78 Prozent an der Kommunalkredit durch die Republik Österreich in Folge der Finanzkrise sei die KA erfolgreich umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen inklusive Risikoabbau und einer Neupositionierung unterzogen worden, heißt es in der am Donnerstag in mehreren Tageszeitungen veröffentlichten Ausschreibung. "Das erfahrene Team der KA kooperiert vor allem in den Fokussektoren Energie & Umwelt, Soziale Infrastruktur und Verkehr eng mit Projektentwicklern, Baufirmen, Energieversorgern und Equity Fonds. Die langjährige Kundenbasis der Bank umfasst Gemeinden, Städte, Länder, Gesellschaften im Eigentum oder im Einfluss von Gebietskörperschaften und Infrastrukturprojektsponsoren."

Die Kommunalkredit muss bis spätestens Ende dieses Jahres verkauft werden, hatte die EU-Kommission der Republik vorgeschrieben. Das Closing muss bis Mitte 2013 erfolgen.

Die Kommunalkredit war die erste Bank, die zu Beginn der Finanzkrise in Österreich Ende 2008 notverstaatlicht werden musste. Die damalige Mehrheitsaktionärin ÖVAG wurde praktisch enteignet. Ein Jahr später wurde die staatlich gestützte Kommunalkredit dann in die Kerngeschäftsbank Kommunalkredit Austria und in die Abbaubank KA Finanz aufgeteilt. Die Anteile des Staates an der Bank in Höhe von 99,78 Prozent liegen bei der Banken-ÖIAG Fimbag. Die restlichen 0,22 Prozent hält der Gemeindebund.