Erstellt am 12. März 2012, 18:38

Bures: "Alkolocks" für Alko-Lenker. Die sogenannten "Alkolocks" verhindern das Zünden des Motors, wenn der Lenker alkoholisiert ist.

Von September 2011 bis Februar 2012 wurden die Geräte im Rahmen eines Pilotprojekts des Verkehrsministeriums in Kooperation mit dem Fachverband für Güterbeförderung in 31 Lkw eingebaut und getestet. Die Ergebnisse seien "sehr vielversprechend", bilanzierte Verkehrsministerin Doris Bures (S) am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Künftig sollen auch Schulbusse mit einem solchen Gerät ausgestattet werden. Ein neues Pilotprojekt soll Alkolenker rehabilitieren.

Frächter, die künftig freiwillig ein Alkolock-Gerät einbauen lassen, erhalten eine Bundesförderung, kündigte die Ministerin an. Die ersten 100 Alkolocks werden zur Hälfte aus dem Verkehrssicherheitsfonds finanziert, so Bures. Das "Alkohol Interlock System" sei nämlich ein wichtiges Instrument beim "Kampf gegen Alkohol am Steuer", und auch wenn man Missbrauch nie ganz ausschließen könne, "sollte man alle technischen Möglichkeiten nutzen, um Sicherheit auf den Straßen zu haben".

Es sei auch wichtig, einen Schwerpunkt bei den Transporten zu setzen, die "eine besondere Verantwortung" haben, sagte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV). Ob eine solche Einrichtung vorhanden ist, solle zum Beispiel bei der Vergabe von Schülertransporten ein Kriterium sein, sagte auch Bures. Sie werde in diesem Punkt auf den Städte- und Gemeindebund zugehen.

Eine dritte Aktion wird im Raum Wien gestartet. Menschen, denen der Führerschein B für unbestimmte Zeit entzogen wurde, erhalten einen besonders registrierten Führerschein, wenn sie sich freiwillig dazu bereiterklären, sich durch ein Alkolock "beobachten" zu lassen. Ungefähr ein Jahr soll diese Phase dauern, so Thann, die Teilnehmer werden in dieser Zeit auch psychologisch und medizinisch betreut. Die Kosten für den Einbau des Geräts haben diese Lenker allerdings selber zu tragen. Diese belaufen sich laut Thann auf rund 1.100 Euro.

60 Prozent der Fahrer, die am Pilotprojekt beteiligt waren, hätten sich schnell an die Geräte gewöhnt, sagte Thann. Auch die Handhabbarkeit bewerteten sie als gut. Die Hälfte der Unternehmer habe sich sogar für eine gesetzliche Vorschrift ausgesprochen. An der Studie nahmen 23 Transportunternehmen teil.