Erstellt am 25. September 2012, 11:32

Bures steht zu CO2-Abgabe in der Luftfahrt. Die Luftfahrt sichert in Österreich 75.000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet im weitesten Sinn 4,6 Mrd. Euro, 1,7 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Dafür hat die internationale Luftfahrtbehörde IATA in einerin Kooperation mit dem WirtschaftsBlatt in Wien vorgestellten Studie 3,6 Mrd. Euro an "direkten, indirekten und induzierten" und 0,9 Mrd. Euro an "katalytischen" Effekten zusammengerechnet. Die durchschnittliche Arbeitsproduktivität pro Beschäftigten liege mit 87.900 Euro um 45 Prozent höher als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Größtes Problem für die Luftfahrt sind die Abgaben - CO2-Abgabe und Ticketsteuer - erinnerte AUA-Chef Jaan Albrecht anlässlich der Präsentation der Ergebnisse in einer Podiumsdiskussion mit Verkehrsministerin Bures, Flughafen-Vorstand Julian Jäger und Austrocontrol-Chef Heinz Sommerbauer. Vor allem der Alleingang Europas tue der Luftfahrtbranche weh - noch schlimmer könnte es kommen, wenn China nun als Reaktion Bestellungen von Airbussen storniert.

Grundsätzlich sei die Airline-Branche durchaus bereit den Schadstoffausstoß zu senken und sei auch eine Selbstverpflichtung dazu eingegangen, versicherte Albrecht. Bures unterstützte allerdings uneingeschränkt die CO2-Abgabe. Es sei "richtig, dass sich Europa zur CO2-Reduktion bekennt", selbst wenn sich große Wirtschaftsblöcke wie USA oder China nicht beteiligen. Hoffnung machte sie der Branche, dass es zu einer Reduktion der im Oktober 2010 eingeführten Ticketsteuer kommen könnte. Zuständig sei aber Finanzministerin Fekter.

Ein anderes Lieblingsprojekt der Verkehrsministerin dürfte zu tieferen Veränderungen der Luftfahrt in Österreich führen. Wenn ab 2014 die Bahn in weniger als 1,5 Stunden von Wien nach Linz fährt und der Flughafen Wien an das Bahnnetz voll angebunden wird, werden Flüge zwischen den beiden Städten noch weniger attraktiv, räumte sie ein.