Erstellt am 26. April 2016, 14:47

von Presseaussendung

Burgenländer leiden unter Straßenverkehrslärm. Rund 40.000 Burgenländerinnen und Burgenländer fühlen sich durch den Lärm des Straßenverkehrs in ihrem Wohnumfeld belästigt, macht der VCÖ anlässlich des morgen stattfindenden Tag gegen Lärm aufmerksam.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Dauerhafter Verkehrslärm macht krank und kann zu Herz-Kreislauferkrankungen führen. Der VCÖ fordert Maßnahmen zur Verringerung des Lkw-Verkehrs  sowie die stärkere Förderung des Gehens und Radfahrens im Ort.
 
"Verkehrslärm ist nicht nur ein Ärgernis, Verkehrslärm macht krank", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Morgen findet der Internationale Tag gegen Lärm statt. Insgesamt geben rund 75.000 Burgenländerinnen und Burgenländer an, dass sie in ihrer Wohnung tagsüber oder in der Nacht unter zu viel Lärm leiden.

Kfz-Verkehr als Haupursache

Laut Daten der Statistik Austria ist der Verkehr der Hauptgrund dafür, dass es im Wohnumfeld zu laut ist. Zwei Drittel der lärmgeplagten Personen geben den Verkehr als Verursacher an, weitere Lärmquellen sind Baustellen, Lokale, Nachbarn oder Freizeit- und Tourismuseinrichtungen.

Innerhalb des Burgenlands ist im Nordburgenland der Anteil der Personen, die über ein zu lautes Wohnumfeld klagen, höher als im Mittel- und Südburgenland. Aber während im Nordburgenland rund zwei Drittel der lärmgeplagten Personen den Verkehr als Hauptursache nennen, sind es im Mittel- und Südburgenland sogar fast drei Viertel.
 
Innerhalb des Verkehrs ist der Kfz-Verkehr die größte Lärmquelle, macht der VCÖ aufmerksam. Fast 90 Prozent der Burgenländerinnen und Burgenländer, die vom Verkehrslärm belastet werden, geben als Ursache Lkw, Pkw, Mopeds oder Motorräder an.

"Sehr gesundheitsschädlich"

Dauerhafter Verkehrslärm versetzt den Körper in Stresszustand, Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Herzinfarkten können die Folge sein. Kinder, die entlang stark befahrener Straßen wohnen haben verstärkt Konzentrationsprobleme und dadurch auch schulische Lernprobleme.

In den vergangenen Jahren hat vor allem der Lkw-Verkehr stark zugenommen. Innerhalb von Österreich kann durch eine bessere Logistik, eine Ausweitung der Lkw-Maut und mit mehr betrieblichen Gleisanschlüssen der Lkw-Verkehr reduziert werden. Wichtig ist in Österreich auch die Abschaffung der Steuerbegünstigung auf Diesel.

"Die großen Lkw fahren alle mit Diesel. Der Lkw-Verkehr profitiert am meisten von dieser Steuerbegünstigung. Da Dieselabgase noch dazu sehr gesundheitsschädlich sind, ist dieses Steuerprivileg umso unverständlicher", sagt VCÖ-Experte Gansterer.

Mindesmaut für Lkw

Zudem fordert der VCÖ verstärkte Maßnahmen auf EU-Ebene. Derzeit zahlt der Lkw-Verkehr in Europa nur einen Bruchteil der Kosten, die Lkw durch Straßenabnützung, Abgase, Lärm und Unfälle verursachen. Der VCÖ fordert eine EU-weite Mindestmaut für Lkw.
 
Im Ortsgebiet kann durch eine fußgänger- und radfahrfreundliche Verkehrsplanung der Verkehrslärm reduziert werden. Je weniger Autofahrten es im Ortsgebiet gibt, umso ruhiger wird es.

Wird im Ort viel zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren, stärkt das die örtliche Wirtschaft und die Nahversorger, weist der VCÖ auf einen weiteren Vorteil hin.