Erstellt am 11. Oktober 2012, 13:27

Burgenländische Unternehmer für härtere Bestrafung von Korruption. Um Vertrauen wieder aufzubauen, sprechen sich laut einer aktuellen Studie 80 Prozent für härtere Strafen gegen korrupte Akteure aus. Im Länder-Vergleich hat das Land Spitzenwerte beim Engagement für den Umweltschutz.

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Das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen hat die Julius Raab Stiftung in einer Studie untersucht. In Österreich sei die unternehmerische Verantwortung im Vergleich zu anderen Ländern sehr stark ausgeprägt, so Harald Mahrer, Präsident der Stiftung, bei der Präsentation am Donnerstag in Eisenstadt.

Das Burgenland verzeichne im Länder-Vergleich Spitzenwerte beim Engagement für den Umweltschutz und bei der Erschließung alternativer Energiequellen, erläuterte Mahrer. Außerdem befürworten 80 Prozent der Befragten im Burgenland eine härtere Bestrafung bei Korruption und sprechen sich für eine strengere Regulierung der Finanzmarktaufsicht aus.

Das Thema Umweltschutz habe für 80 Prozent der Befragten Priorität, das sei im Bundesländervergleich der dritthöchste Wert. Jedes zweite befragte Unternehmen im Burgenland bemühe sich, die Erschließung alternativer Energiequellen voranzutreiben. Im Hinblick auf die Mitarbeiter engagieren sich 73,3 Prozent der Betriebe im Bereich von Maßnahmen für die Sicherheit am Arbeitsplatz, für 53,4 Prozent steht die Förderung von Ausbildung und Qualifizierung im Vordergrund.

Als Motive für gesellschaftliches Engagement nennen 86,6 Prozent der burgenländischen Betriebe Verantwortung. Diese stelle einen Grundwert dar, den man nachfolgenden Generationen weitergeben möchte. Sechs von zehn Unternehmen nannten die regionale Verankerung als Motiv, um für die Gesellschaft tätig zu werden.

Rund 67 Prozent der Befragten glauben, dass die Finanzmarktkrise dem Image der Realwirtschaft und der regionalen Wirtschaft massiv geschadet habe, so Mahrer. Um Vertrauen wieder aufzubauen, sprechen sich 80 Prozent für härtere Strafen gegen korrupte Akteure aus. Burgenlands Betriebe seien "eigentlich genetisch bedingte Krisenbewältiger", so Mahrer. Dazu trage die kleinere Struktur ebenso bei wie der Umstand, dass Unternehmen im Burgenland noch stark in Generationen dächten und nicht in Quartalen wie internationale Konzerne.

Manchmal entstehe der Eindruck, dass Politik in vielen Bereichen nicht lösungsorientiert, sondern umfrageorientiert sei, so Burgenlands Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth. Reformen würden diskutiert und unter Umständen auch Lösungen gefunden, aber die Reformen würden seit Jahren in die nächste Wahlperiode verschoben. Nicht besonders hilfreich sei, wenn sich in der derzeitigen Wirtschaftssituation manche zu "klassenkämpferischen" Äußerungen hinreißen ließen.