Erstellt am 08. Oktober 2014, 10:49

Schulen zur Kasse gebeten. Unmut in Schulen, nachdem für Musik-Aufführungen gezahlt werden musste. Jetzt wird das Ministerium eingeschaltet.

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Immer öfter flattert burgenländischen Schulen in jüngster Zeit ein Schreiben ins Haus, das bei Direktoren für Kopfschütteln sorgt: Kommen im Rahmen einer öffentlichen Schulveranstaltung Musikstücke zur Aufführung, müssen – je nach Größe des Events – Gebühren entrichtet werden.

Mitarbeiter durchforsten Veranstaltungskalender

Eingehoben werden diese von der AKM („Autoren, Komponisten, Musikverleger“), deren Mitarbeiter heimische Veranstaltungskalender und mitunter auch die BVZ nach Festen und Co. durchforsten.

Rechtlich gesehen gibt es dagegen keine Einwände: Das geistige Eigentum der Komponisten und Textautoren werde so geschützt, der AKM selbst bleibe kein Gewinn, heißt es auf der Webseite: „Die gesamten Einnahmen werden an die Autoren, Komponisten und deren Verleger verteilt.“

Zitz: „Denkanstoß aus dem Burgenland“

Dass man auch Schulen im vollen Umfang zur Kasse bittet, kann man aber nicht allerorts nachvollziehen. Immer mehr Pädagogen und Eltern melden sich kritisch zu Wort – unter anderem beim Landesschulrat.

Dessen neuer amtsführender Präsident Heinz Josef Zitz kennt das Problem; er will nun Gespräche mit der AKM führen: „Auch wenn die Gebühren im Interesse der Komponisten und Verlage berechnet werden, ist zu hoffen, dass man den Schulen so weit wie möglich entgegenkommt, etwa mit einer niedrigeren Vergebührung.“

In einem weiteren Schritt will Zitz auch das Bildungsministerium einschalten: „Damit könnte das Burgenland den Anstoß zu einer möglichen neuen Regelung geben.“

Seitens der AKM wollte man bis zu Redaktionsschluss keine Stellungnahme abgeben.