Erstellt am 28. Juni 2011, 13:13

Burgenland arbeitet an neuen Verkehrskonzepten für Öffis. Im Burgenland sollen bis Herbst Konzepte für die zukünftige Gestaltung des Öffentlichen Bahn- und Busverkehrs erarbeitet werden.

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Derzeit laufe auch eine Bedarfserhebung in jenen südburgenländischen Gemeinden, die vom mittlerweile eingestellten "Roten Bus" befahren wurden, berichtete Landeshauptmann Hans Niessl (S) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Ein zentrales Thema ist dabei die Frage, wie die Gemeinden in das Verkehrsnetz eingebunden werden können.

   Dabei gebe es zwei Ansätze: Die Grundsatzfrage sei, ob alle Verbindungen in Form eines Linienverkehrs geführt werden sollen oder ob es sinnvoll sei, in gewissen Gebieten mit Gemeindebussen zu arbeiten, meinte der neue Verkehrskoordinator des Landes, Peter Zinggl. Beim "Roten Bus", der im Pinka- und Stremtal fuhr, habe man gesehen, dass die Fahrgastzahlen für einen derartigen Linienverkehr nicht zusammengebracht würden.

   Seitens des Landes werden derzeit Richtlinien für ein einheitliches Fördersystem für Gemeindebusse erstellt. Beratungen für Gemeinden werden von der Mobilitätszentrale Burgenland angeboten. Im Zuge der Bedarfserhebung, deren Ergebnisse demnächst vorliegen sollen, werden im Pinka- und Stremtal über 600 Personen befragt.

   Nach der Ankündigung der ÖBB, den Personenverkehr auf der Bahnlinie Oberwart - Friedberg Anfang August einzustellen, hat sich im Südburgenland Widerstand formiert. Für Donnerstag hat die Initiative "Südburgenland Pro Bahn" einen Protestmarsch in Eisenstadt angekündigt. Täglich würden rund 750 Pendler mit dem Bus, jedoch nur 50 mit der Bahn von Oberwart nach Wien fahren, so Landeshauptmann Niessl. Dennoch würde der Personenverkehr auf der Schiene Kosten von rund "750.000 Euro an Steuergeld" pro Jahr verursachen. Die ÖBB und auch das Land seien nicht mehr bereit, dies zu finanzieren.

   Deshalb habe man für die Pendler Busse organisiert, die mit Liegesitzen und Gratis-Internet ausgestattet seien. Damit wäre man um 15 Minuten schneller in Wien als mit dem Zug, so Niessl.