Erstellt am 26. März 2014, 18:31

Burgenland bemüht sich um Anschluss an Eisenbahn-Hochleistungsnetz. Mit dem Ausbau einer leistungsfähigen Bahnverbindung vom Raum Wien-Bratislava zu den nördlichen Adriahäfen hat sich das Projekt SETA (South East Transport Axis) befasst.

Ein Streckenabschnitt würde dabei auch über das Burgenland führen. Gemeinsam mit Ungarn lote man auch Möglichkeiten aus, um ein EU-Projekt zum regionalen Bahnausbau einzureichen, so Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) am Mittwoch.

Der Ausbau der Häfen in Koper (Slowenien), Monfalcone (Italien) und Rijeka (Kroatien) werde derzeit stark betrieben, sagte Burgenlands Verkehrskoordinator Peter Zinggl. Damit soll ermöglicht werden, per Schiff durch den Suezkanal transportierte Güter bereits an der Adria zu entladen. Dies würde einen zehntägigen Transport am Seeweg über Gibraltar und somit um Europa herum ersparen, bevor die Fracht dann beispielsweise in Hamburg oder Amsterdam entladen wird.

Die schnellste Verbindung von den Adriahäfen nach Wien bzw. Bratislava führe entlang des Burgenlandes durch Ungarn. Auch durch das Burgenland hindurch bestünden mehrere Verbindungsmöglichkeiten, erläuterte Zinggl. Um diese auszunützen, bedürfe es Maßnahmen wie des Baus der Schleife Ebenfurth und der Elektrifizierung der Strecke über Mattersburg nach Wiener Neustadt.

In vier Stunden von Zagreb nach Wien

Im Rahmen des von 2011 bis 2013 durchgeführten Projekts SETA haben sich elf Partner aus sechs Staaten zusammengeschlossen, um sich für den Ausbau einer leistungsstarken Bahnverbindung einzusetzen. Bereits im September 2012 habe ein zu Demonstrationszwecken von Zagreb nach Wien geführter Zug die Strecke statt in sechs Stunden und 15 Minuten innerhalb von fünf Stunden bewältigt, so Landeshauptmann Niessl.

Es gebe Vorschläge zum Ausbau der Verbindung, um in vier Stunden von Zagreb nach Wien zu kommen. "Wenn wir diese internationalen Anbindungen haben, dann ist es leichter, dass sich Betriebe im Burgenland ansiedeln und dass Arbeitsplätze hier entstehen", erklärte Niessl. Gemeinsam mit Ungarn wolle man sich auch um ein EU-Projekt bemühen, das raschere Verbindungen in der Region ermöglichen soll.

Auf ungarischer Seite sei hier etwa bereits die Elektrifizierung der Strecke Sopron-Szombathely-Szentgotthard erfolgt. Im Projekt enthalten sei auch der Bahnausbau Richtung Jennersdorf und Graz sowie die Elektrifizierung der Verbindung Wiener Neustadt-Mattersburg-Sopron.