Erstellt am 09. März 2016, 15:36

von APA Red und NÖN Redaktion

Burgenland-Rechnungshof: Teurer Umbau des Thermenresort Lutzmannsburg. Vor knapp vier Jahren wurde das in Landeshand befindliche Thermenresort Lutzmannsburg im Mittelburgenland umgebaut.

Therme Lutzmannsburg  |  NOEN, ZVG/Sonnentherme Lutzmannsburg
Von April bis Juni 2012 waren Therme und Hotel gesperrt. Ein aktueller Bericht des Burgenländischen Landes-Rechnungshofes (BLRH) enthält einige Kritikpunkte: So seien etwa die Gesamtkosten des Projekts um 3,6 Mio. Euro über den Planungskosten gelegen.

Umsatzentwicklung in der Therme rückläufig

2011 hatte der Aufsichtsrat der damaligen Wirtschaftsservice Burgenland AG (WiBAG) - heute Wirtschaft Burgenland GmbH (WiBuG) - den Ausbau des auf Urlaub für Familien mit kleinen Kindern spezialisierten Resorts beschlossen. Die Entscheidungsgrundlagen stufte der BLRH als unzureichend ein, denn den Beschlüssen seien weder umfassende Businesspläne noch Plandarstellungen zugrundegelegen.

Von 2010 bis 2014 erzielte das Hotel eine Umsatzsteigerung um 18 Prozent. In der Therme hingegen war die Umsatzentwicklung trotz der Ausbaumaßnahmen um zwei Prozent rückläufig, wird im Bericht dargelegt. Der Businessplan rechnete für den Zeitraum 2013 bis 2014 mit knapp mehr als einer Million Thermengästen. Tatsächlich kamen jedoch um fast 219.000 (21 Prozent) weniger.

Keine zusammenhängende Kostenplanung

Angemerkt wird von der Kontrollinstanz auch, dass für das Bauprojekt keine zusammenhängende Kostenplanung vorgelegen sei. Eine Gesamtkostenabrechnung sei ebenso wie ein Projektabschlussbericht nicht vorhanden gewesen. Während Zusatzleistungen im Ausmaß von 1,6 Mio. Euro in der Projektdokumentation näher aufgeschlüsselt wurden, sei die restliche Kostenüberschreitung um 2 Mio. Euro nicht im Detail erläutert worden, stellten die Prüfer fest.

Im Bericht erwähnt wird ferner der Umstand, dass durch eine neue Bodenverfliesung in der Therme in der Vergangenheit vermehrt Unfälle aufgetreten seien. Die Fliesen wurden deshalb getauscht. Im November 2013 klagte das Land den Fliesenleger beim Landesgericht Eisenstadt. Der Einreichung der Klage sei kein entsprechender Beschluss der Generalversammlung vorgelegen, heißt es im Bericht. Der Landes-Rechnungshof empfahl, in Zukunft bei einem Streitwert von mehr als 50.000 Euro einen entsprechenden Beschluss einzuholen.