Erstellt am 17. Januar 2011, 12:24

Burgenland will kleines Glücksspiel erlauben. Die Regierungspartner SPÖ und ÖVP verhandeln laut ORF-Bericht über eine Zulassung des im Burgenland bislang verbotenen "kleinen Glücksspiels" an Spielautomaten. Dabei soll der Spielerschutz ein wesentlicher Faktor sein.

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Theoretisch ist das "kleine Glücksspiel" mit Spielautomaten im Burgenland verboten, in der Realität stehen aber in vielen Lokalen illegale Automaten und im Internet gibt es unzählige Möglichkeiten sein Geld aufs Spiel zu setzen. In allen Nachbarbundesländern des Burgenlandes und in Ungarn ist das "kleine Glücksspiel" längst erlaubt.

Da eine gesetzliche Regelung die Möglichkeit biete, klare Rahmenbedingungen zum Schutz der Spieler zu schaffen und diese auch zu kontrollieren, habe man sich jetzt auch im Burgenland dazu entschlossen, das "kleine Glücksspiel" zuzulassen, argumentieren die Klubobleute von SPÖ und ÖVP, Christian llledits und Rudolf Strommer. Im Sommer hat der Bund das Glücksspielgesetz neu geregelt: Maximaleinsätze und Gewinne wurden deutlich erhöht, gleichzeitig wurde aber auch der Spielerschutz verstärkt. Ausgehend von dieser Basis soll das "kleine Glücksspiel" jetzt auch im Burgenland zugelassen werden und das Veranstaltungsgesetz dahingehend geändert werden.

Für das Land bedeutet die Zulassung des "kleinen Glücksspiels" aber auch eine zusätzliche Einnahmequelle. "Natürlich, die Einnahmen sind eine positive Begleiterscheinung, das Wichtigste ist aber die Regulierung und die Legalisierung", sagt SPÖ-Klubobmann Christian Illedits. Wenn es ein Gesetz gebe, könne auch kontrolliert werden und es könne auch mit Lizenzentzug reagiert werden, wenn die Schutzmaßnahmen für die Spieler nicht eingehalten werden.

Die Regierungspartner SPÖ und ÖVP verhandeln gerade über die letzten Detailfragen. Man sei sich einig den Spielerschutz in den Vordergrund zu stellen, sagt ÖVP-Klubobmann Rudolf Strommer. Schlussendlich gehe es darum, dass zwischen 230 und 240 Automaten im Burgenland aufgestellt werden können. Man diskutiere zum Beispiel noch darüber, wieviele Lizenzen vergeben werden sollen. Mit der Gesetzesänderung soll es möglich sein, sowohl Einzelautomaten in Gasthäusern aufzustellen als auch Automatensalons zu eröffnen. Experten bewerten das "kleine Glücksspiel" kritisch, weil es leicht zur Spielsucht führen kann.