Erstellt am 14. Mai 2016, 08:44

Burgenlands Autofahrer tanken 900 Liter Sprit pro Jahr. Projekte für eine umweltfreundliche Mobilität beim VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland gesucht.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Rund 137 Millionen Liter Sprit fließen pro Jahr in die Autos von Burgenlands Haushalten. Beim Verbrennen des Sprits werden rund 350.500 Tonnen CO2 verursacht, macht der VCÖ aufmerksam.

Die Klimaziele von Paris bedeuten, dass nur noch bis zum Jahr 2050 Zeit bleibt, das gesamte Verkehrssystem erdölfrei umzugestalten. Der VCÖ sucht daher beim VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland Projekte für eine umweltfreundliche und erdölfreie Mobilität. Noch bis 5. Juni können Projekte beim VCÖ eingereicht werden.

Diesel-Pkw für drei Viertel der Emissionen verantwortlich

Rund 187.000 Pkw fahren mit burgenländischem Kennzeichen, rund 153.000 davon werden von den privaten Haushalten gefahren, berichtet der VCÖ. Der Rest sind betrieblich genutzte Pkw. Im Schnitt werden für ein Auto laut Daten der Statistik Austria 900 Liter pro Jahr getankt.

In die burgenländischen Diesel-Pkw fließen durchschnittlich 1.040 Liter pro Jahr, in die Tanks der Benziner 670 Liter. "Der durchschnittliche Diesel-Pkw belastet damit die Umwelt mit rund 2.760 Kilogramm CO2 pro Jahr, der durchschnittliche Benziner verursacht jährlich rund 1.570 Kilogramm CO2. Die geringere Fahrleistung der Benziner führt auch zu einer geringeren Umweltbelastung", erklärt VCÖ-Experte Markus Gansterer.
 
In Summe belasten die 137 Millionen Liter Sprit, die von den privaten burgenländischen  Autos pro Jahr getankt werden, die Umwelt mit rund 350.500 Tonnen CO2, verdeutlicht der VCÖ. Für drei Viertel der CO2-Emissionen sind die Diesel-Pkw verantwortlich.

Um die Erhitzung der Erde auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen, wurde beim Klimavertrag von Paris der Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis zum Jahr 2050 beschlossen.

"Unser Verkehrssystem muss bis spätestens 2050 ohne Erdöl funktionieren. Dieses Ziel ist erreichbar, aber nur wenn sich alle anstrengen und der Innovationsgeist, den es im Land gibt, genutzt wird. Deshalb führen wir den VCÖ-Mobilitätspreis durch, bei dem vorbildliche Projekte für eine umweltfreundliche Mobilität gesucht sind", ruft VCÖ-Experte Gansterer zur Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland auf.

"Mobilität der Zukunft soll auch platzsparend sein"

Aufgerufen zur Teilnahme sind alle Akteure, die es im Verkehrsbereich gibt. Beispielsweise Betriebe und Unternehmen, die es fördern, dass ihre Beschäftigten mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren. Schulen, die Initiativen setzen, damit Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal gesund zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen.

Gemeinden und Städte, die für ihre Bevölkerung das Angebot an umweltfreundlicher Mobilität und die Infrastrukturen dafür verbessern. Unternehmen, die technologische Innovationen umsetzen und die Umweltbilanz des Verkehrs verbessern. Geschäfte und Einkaufsstraßen, die es den Kundinnen und Kunden erleichtern autofrei einzukaufen oder Freizeiteinrichtungen, die die umweltfreundliche Anreise ihrer Gäste forcieren. Privatpersonen können mit Ideen für eine erdölfreie und klimafreundliche Mobilität in Stadt oder Land teilnehmen.
 
"Die Herausforderungen für eine umweltfreundliche Mobilität sind am Land andere als in den Städten. Beiden gemeinsam ist aber, dass der Öffentliche Verkehr, das Radfahren und zu Fuß gehen einen viel größeren Anteil an der zukünftigen Mobilität haben müssen als heute. Auch Carsharing und die Elektro-Mobilität sind zu forcieren", betont VCÖ-Experte Gansterer.

Wichtig bei der E-Mobilität: Die gesamte Bandbreite ist zu berücksichtigen, vom Öffentlichen Verkehr über Elektro-Fahrräder, E-Mopeds, E-Transportern bis hin zum E-Auto. "Die Mobilität der Zukunft soll auch platzsparend sein", so VCÖ-Experte Gansterer.
 
Bis 5. Juni können Projekte beim VCÖ-Mobilitätspreis Burgenland eingereicht werden. Eine Fachjury bewertet die Projekte. Das beste Projekt des Burgenlands wird im September von VCÖ, Landeshauptmann Hans Niessl und den ÖBB ausgezeichnet. Zudem haben Burgenlands  Projekte die Chance, auch österreichweit prämiert zu werden. Der VCÖ-Mobilitätspreis Österreich begeht heuer sein 25 jähriges Jubiläum, ist Österreichs größter Wettbewerb für klimafreundliche Mobilität und wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Verkehrsministerium, dem Umweltministerium und den ÖBB durchgeführt.

Daten zum Burgenland:

Diesel-Pkw: 1.040 Liter pro Jahr
Verursachte CO2-Emissionen: 2.760 kg
 
Benzin-Pkw: 670 Liter
Verursachte CO2-Emissionen: 1.570 kg
 
Alle Pkw der privaten Haushalte:
Getankte Spritmenge: 137 Millionen pro Jahr
 
Verursachte CO2-Emissionen: 350.500 Tonnen Anteil Diesel-Pkw an CO2-Emissionen: 74 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2016