Rust am See

Erstellt am 30. Oktober 2016, 09:00

von APA Red

Drohnen bewähren sich zur Stare-Vertreibung. Im Burgenland scheint der erste probemäßige Einsatz von Drohnen zur Stare-Vertreibung erfolgreich verlaufen zu sein.

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Wie Skyability-Geschäftsführer Philipp Knopf erklärte, hätte man im heurigen Jahr gemerkt, dass die Stare das überwachte Gebiet deutlich gemieden hätten. Auch von den Weinbauern in Rust (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) habe man bisher nur positive Rückmeldungen erhalten.

Dort, wo die beiden Drohnen mit der Bezeichnung "Winzerfalke" im Einsatz waren, hätte es so gut wie keinen Ernteausfall gegeben, so Knopf. Auch Manfred Widder, Obmann der Ruster Weinbauern, bestätigte, dass die Ausfälle, wenn überhaupt, nur minimal waren. "Wir sind sehr interessiert daran, das Projekt weiter zu verfolgen", so Widder.

200 Hektar wurden überwacht

Laut Knopf herrsche auch in anderen Weinbau-Gemeinden Interesse, Drohnen zur Stare-Vertreibung einzusetzen. In Rust hätten die beiden Winzerfalken eine rund 200 Hektar große Fläche überwacht. Beginnend mit 24. August waren die Drohnen täglich von 06:00 Uhr morgens bis 19.00 Uhr abends in der Luft.

Das Projekt kostet rund 54.000 Euro und wird von Land und Stadtgemeinde unterstützt. Die hohe Summe begründet Knopf mit der wissenschaftlichen Begleitung durch die Fachhochschule Burgenland, die Uni Wien und den Naturschutz Burgenland. Wie sehr sich die Stare-Vertreibung künftig zu Buche schlagen werde, könne man nicht sagen. Dies sei vom jeweiligen Gebiet und dem Überwachungszeitraum abhängig. Letztlich werde man ähnlich viel kosten wie die traditionelle Schreckschuss-Methode, sei dabei aber weit effektiver, erklärt Knopf.

Innovativer Weg in der Weinwirtschaft

Ob und wie es weitergeht, hängt von dem Ergebnis der wissenschaftlichen Begleitung ab. Dieser stehe aber noch aus, betont Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ). Das Burgenland habe jedoch mit dem Drohneneinsatz bewiesen, neue innovative Wege in der Weinwirtschaft zu gehen.

Sollte es zu einem großflächigen Einsatz kommen, würde man dringend Piloten brauchen, welche die Drohnen vom Boden aus steuern, meint Knopf. Die Drohnen würden zwar 95 Prozent der Zeit automatisch fliegen, dazwischen brauche es aber menschliche Kontrolle um auf die Vogelschwärme reagieren zu können.