Erstellt am 17. November 2011, 13:52

Buwog-Konto könnte Grasser zuzurechnen sein. Weitere brisante Informationen zum Buwog-Korruptionsverdacht werden in Kürze veröffentlicht, durch die insbesondere Ex-Finanzminister Grasser belastet wird.

 Demnach vermuten die Buwog-Ermittler, dass das Liechtensteiner Konto "400.815", auf dem ein Drittel der Buwog- und Porr-Provision gelandet war, Grasser zuzurechnen sei.

Die großen Aktiendeals auf diesem Konto verdichten diesen Verdacht, so das Magazin: Oft wurde in Unternehmen mit einem Naheverhältnis zu Grasser investiert. Das "Format" zitiert aus einer Stellungnahme der Zentralen Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption (WKStA) vom 6. Oktober 2011, in der die Anklagebehörde zum Antrag von Grassers Anwalt Manfred Ainedter auf Einstellung des Verfahrens Stellung nimmt. Darin werden die bisher vorliegenden Verdachtsmomente in den seit Herbst 2009 laufenden Ermittlungen zusammengefasst.

Grasser wird demnach des "Verbrechens der Geschenkannahme durch Beamte" verdächtigt. Vorgeworfen wird ihm die "parteiliche Vergabe der Bundeswohnbaugesellschaften" im Jahr 2004 sowie der "parteiliche Abschluss eines überteuerten Mietvertrags hinsichtlich des Terminal Towers Linz". Walter Meischberger, Peter Hochegger und Ernst Karl Plech wird jeweils Beihilfe an der mutmaßlichen Ministerbestechung vorgeworfen. Insider vermuten einen Prozess bis Ende 2012, so das Magazin.

Untermauert wird der Verdacht durch Geldflüsse und Kontobewegungen: Grassers Freund und Geschäftspartner Meischberger hatte die Provision des siegreichen Bieters für die Buwog-Wohnungen von Zypern aus über Umwege nach Liechtenstein bringen lassen und dort auf drei Konten zu fast gleichen Teilen aufgeteilt. Die Zahlungen flossen in Raten auf die Konten "Natalie" (insgesamt 2,192.961 Euro), "Karin" (2,506.462 Euro) und "400.815" (2,506.461 Euro). Während Meischberger beteuert, alle drei Konten hätten ihm gehört, wurde das Konto "Karin" laut Medienberichten vom Immobilienmanager Ernst-Karl Plech eröffnet.

Das Konto "400.815" sei vermutlich Grasser zuzuordnen, so die Ermittler: "Aufgrund der Zusammenhänge zum Konto der Mandarin Group bei der Raiffeisenbank Liechtenstein ist davon auszugehen, dass die (...) am Konto '400.815' veranlagten Beträge einem weiteren Komplizen zuzurechnen sind. (...) Aufgrund der Fülle an Indizien liegt der Verdacht nahe, dass diese dritte Person Grasser ist". Grasser selber hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, er habe von der Buwog-Provision oder von irgendeiner anderen Provision profitiert. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.