Erstellt am 16. April 2012, 15:39

Comeback für Landestankstellen mit privaten Partnern. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes nach einer Wettbewerbsklage hatte im Vorjahr die Zapfhähne der burgenländischen Landestankstellen trocken gelegt. Inzwischen sprudelt wieder an einigen Standorten der Diesel:

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Mit einer neuen Lösung - unter Einbeziehung privater Partner - will das Land die Initiative "Billig tanken im Burgenland" fortsetzen. Bei den Partnern sehe man Umsatzzuwächse von 40 bis 60 Prozent, sagte Landesrat Helmut Bieler (S) am Dienstag bei einer Pressekonferenz nach dem SPÖ-Landesparteivorstand in Eisenstadt.

Die ursprünglichen Landestankstellen hatte das Land betrieben und auch den dort abgegebenen Dieseltreibstoff eingekauft. Bei der neuen Variante werden im Besitz des Landes befindliche Tankstellen an Private verpachtet. Zudem können sich auch Unternehmen mit eigenen Tankstellen der Initiative anschließen. Der Spritankauf erfolge durch die Partner für sich. "Es gibt keinen zentralen Einkauf", so Bieler. Auch zwischen den Partnerbetrieben ergebe sich ein Preisunterschied von ein bis zwei Cent pro Liter. Alle Partner seien derzeit unter 1,40 Euro pro Liter beim Dieselpreis.

Durchschnittlich sei das Tanken bei den privaten Partnern um fünf bis sechs Cent billiger, erklärte Bieler. Der Straßenbaulandesrat sprach von einem "Zulauf wie nie zuvor", weil die Spritpreise "unverhältnismäßig hoch" seien: "Die Autofahrerinnen und Autofahrer, die Pendler stürmen unsere Tankstellen und die Partner." Durch die Partnerbetriebe wolle man auch bewirken, dass in der gesamten Region die Spritpreise sinken, was etwa im Bezirk Güssing auch tatsächlich passiert sei.

Der gesteigerte Umsatz würde für den privaten Tankstellenbesitzer oder -pächter rechtfertigen, dass er die niedrigeren Preise anbiete, weil er über die Mengen Gewinn machen könne, argumentierte der Landesrat. Insgesamt sollen vorerst knapp zehn Standorte an der Initiative teilnehmen. Erste Partnertankstellen haben bereits den Betrieb aufgenommen. Außerdem gebe es laut Bieler weitere fünf bis zehn Anfragen Privater, die Partner des Landes werden wollen.