Erstellt am 31. März 2015, 11:43

von NÖN Redaktion

Coup: Baiers Vertrag verlängert. Am letztmöglichen Tag verlängerte der alte Tourismusvorstand das Engagement des Managers.

Weiter im Amt. Von ÖVP-Seite wurde Baiers Engagement im Personenkomitee von Hans Niessl kritisiert.  |  NOEN, BVZ-Archiv
„Abgerechnet wird am Schluss“ – dieses Sprichwort gilt bestimmt für die Vertragsverlängerung von Tourismusmanager Mario Baier. Sein Vertrag wurde am letztmöglichen Tag – ohne die Stimmen der ÖVP – verlängert.

Vor wenigen Tagen wurde der Landesverband Tourismus neu gewählt, der neue Vorstand ist ÖVP-dominiert. Heute Dienstag wurde nun Baiers Vertrag verlängert, aber nicht vom neuen Vorstand, sondern vom alten, SPÖ-dominierten Vorstand, der exakt bis heute Mitternacht im Amt ist. Im Vorfeld gab es Gerüchte, dass Baiers Vertrag nicht auf eine gesamte Periode verlängert wird, doch auch dies wurde abgeblockt – der neue Vertrag gilt für weitere fünf Jahre.

Reaktionen

Niessl: „Gutes und wichtiges Signal für den heimischen Tourismus“

Landeshauptmann Hans Niessl, Präsident von Burgenland Tourismus, zeigt sich erfreut: „Der Vorstand von Burgenland Tourismus hat mehrheitlich für die Vertragsverlängerung von Mario Baier gestimmt. Ich sehe darin ein gutes und wichtiges Signal für den Burgenland Tourismus und für die kommenden Herausforderungen in diesem Bereich.“

Mit Mario Baier, der seit März 2010 Direktor von Burgenland Tourismus ist, seien wichtige Vorhaben umgesetzt worden – etwa die Erarbeitung des neuen Tourismusgesetzes oder die kürzlich präsentierte Burgenland-Card. Auch bei den Nächtigungszahlen habe es zuletzt wieder ein Plus gegeben. 2014 konnte die Zahl der Nächtigungen um 2,1 Prozent bzw. rund 60.000 auf 2,91 Millionen Nächtigungen gesteigert werden.

Niessl zeigt sich davon überzeugt, dass mit der Vertragsverlängerung auch eine wichtige Weichenstellung zur Bewältigung künftiger Herausforderungen vorgenommen wurde. Für die erfolgreiche Entwicklung des heimischen Tourismus sei es von großer Bedeutung, dass die Internationalisierung weiter vorangetrieben werde. Auch regionale Stärken und Vorzüge in den Bereichen Kulinarik, Kultur und Natur sollen zunehmend in den Mittelpunkt gerückt werden. Wichtig zur Erreichung der Ziele sei, dass es mehr Geld für das Marketing bei gleichzeitigen Einsparungen in der Verwaltung gibt.

Resetar: „Gegenstimme nicht gegen Person gerichtet“

„Eine für uns vollkommen unerklärliche Vorgehensweise aus mehrerlei Gründen“, sagt die Präsidentin des Burgenland Tourismus, Landesrätin Michaela Resetar. „Die neuen Vorstandsmitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft und wurden von 150 Delegierten mit großer Mehrheit gewählt. Richtig wäre gewesen den neuen Vorstand über die Verlängerung Baiers abstimmen zu lassen.“
 
Der Vertrag des Tourismusdirektors Mario Baier wurde heute mit 5 von insgesamt 8 Stimmen auf fünf Jahre verlängert. „Landeshauptmann Niessl hat mit der Aktion nicht im Sinne des neuen Vorstandes gehandelt. Vielmehr wurde deren Entscheidungskompetenz massiv geschwächt“, sagt Resetar und betont, dass die Gegenstimme nicht gegen die Person Baiers, sondern die Vorgehensweise gerichtet sei. Auch Klubobmann Rudolf Strommer kritisiert: „Der neue Vertrag wurde dem beschlussfassenden Gremium nicht vorgelegt. Eine demokratiepolitisch bedenkliche Vorgehensweise“, so Strommer.