Erstellt am 23. Juli 2012, 20:50

Dämpfer für McDonald's im zweiten Quartal. McDonald's hat mit seiner Quartalsbilanz für große Enttäuschung bei den Anlegern gesorgt. Die weltgrößte Fast-Food-Kette leidet unter der Krise auf seinem größten Absatzmarkt Europa, der trägen US-Konjunktur und höheren Kosten. Auch ein gestiegener Dollar drückte auf den Gewinn.

Die Aktie sank in New York zunächst um 2,8 Prozent. Der US-Konzern führte als Gründe ungünstige Wechselkurse und die schwächelnde Weltwirtschaft an. Der Umsatz der erfolgsverwöhnten Fastfood-Kette stagnierte im zweiten Quartal bei 6,9 Milliarden Dollar (5,7 Mrd. Euro). Der Gewinn schrumpfte sogar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf unter dem Strich 1,3 Milliarden Dollar. "Das Geschäft ist herausfordernder geworden", stellte Firmenchef Don Thompson am Montag fest. Angesicht des langsameren Wachstums in vielen Märkten sieht der Konzern zudem sein Gewinnziel in Gefahr. Die operative Marge könnte auch niedriger als die für dieses Jahr angepeilten sechs bis sieben Prozent ausfallen, teilte McDonald's mit.

Mit seinen Geschäftszahlen enttäuschte der Burger-King-Rivale die Börsianer. Analysten hatten trotz der schwierigen Zeiten noch mit einem leichten Wachstum gerechnet - dieses Kunststück war McDonald's schon zuvor in Krisenzeiten gelungen. Kaffee und Kuchen oder Salate hatten bis zuletzt neue Kunden angelockt; die Stammkundschaft freute sich über billige Burger.

Die Zahlen verraten allerdings nur die halbe Wahrheit: Legt man die gleichen Wechselkurse an wie vor einem Jahr, wäre der Umsatz von McDonald's um 5 Prozent gestiegen. Selbst wenn man neu eröffnete Filialen ausklammert, käme man immer noch auf einen Zuwachs von fast 4 Prozent. Das Problem sind die Wechselkurse: Besonders der Euro hatte in der Schuldenkrise deutlich nachgegeben - entsprechend weniger Geld kommt in der McDonald's-Zentrale im US-Bundesstaat Illinois an. Der starke Dollar habe rund sieben Cent je Anteilsschein vom Gewinn gefressen. Dabei verkaufte die Kette in Restaurants, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind, 3,7 Prozent mehr Burger und Getränke.