Erstellt am 06. Januar 2016, 04:08

von Michael Nowak und Anita Kiefer

Das wird 2016 alles neu. Die Vignette ist teurer geworden und die Registrierkassenpflicht gibt es seit 1. Jänner, was auch die heimischen Ärzte ärgert. Einzig die Bausparprämien bleiben heuer stabil.

In Gelb. Die Vignette ist teurer als 2015 und beim Kauf bekommt man einen Registrierkassen-Beleg - nur zwei von vielen Neuerungen. Foto: Müllner  |  NOEN, Werner Müllner

Steuer. Seit Monaten ist die Registrierkassenpflicht umstritten, seit Jänner ist sie in Kraft. Unternehmen (ab 15.000 Euro Jahresumsatz) müssen nun eine Registrierkasse führen und für jeden Einkauf einen Beleg ausstellen. Der Kunde muss den Beleg auf jeden Fall annehmen und ihn mitnehmen. Hält er sich nicht daran, drohen ihm aber keine Konsequenzen.

Für die Unternehmen gilt bei der Einführung der Registrierkassen im ersten halben Jahr de facto eine Übergangsfrist. Fehlt die Registrierkasse im ersten Quartal, wird das Unternehmen beraten, nicht gestraft. Im zweiten Quartal gibt es auch keine Strafe, wenn der Unternehmer Gründe nennen kann, warum die Registrierkasse fehlt. Nach den sechs Monaten drohen Strafen für fehlende Belege und Registrierkassen von bis zu 5.000 Euro.

Kritik gibt es von der Ärztekammer Burgenland: „Wieder wird etwas vorgeschrieben, das Investitionen nach sich zieht“, meint Präsident Michael Lang. Für ihn stellt sich nicht nur die Frage der Kontrolle, sondern ob das System auf Dauer Gültigkeit habe. Die meisten Ärzte hätten aber bereits umgestellt: „Man kommt nicht daran vorbei.“

Und: Erben und Schenken von Grundstücken und Immobilien in der Familie wird großteils teurer. Etwa wird der Steuersatz für Veräußerungsgewinne bei Grundstücksverkäufen von 25 auf 30 Prozent angehoben.

Arbeitsmarkt. Im Rahmen des Arbeitsmarktpakets gilt seit 1. Jänner 2016 die Informationspflicht für Teilzeitbeschäftigte über freie Vollzeitstellen in Betrieben in Kraft, die im Rahmen des Arbeitsmarktgipfels beschlossen wurde. Dies betrifft vor allem Frauen, da sie die meisten Teilzeitkräfte stellen. Außerdem muss künftig bei All-in-Verträgen der Grundlohn ausgewiesen werden, was mehr Transparenz bei der Entlohnung schaffen soll.

Pension & Pflege. Bis 29. Februar soll eine Entscheidung über eine neue Pensionsreform fallen. Schon mit 1. Jänner wird die Teilpension als neuer Pensionstyp eingeführt. Angetreten werden kann sie mit 62. Die Arbeitszeit kann dabei zwischen 40 und 60 Prozent reduziert werden, für Gehaltseinbußen ist ein 50-prozentiger Lohnausgleich vorgesehen.

Pensionisten können seit heuer außerdem erstmals Negativsteuer geltend machen – bis zu 55 Euro für das abgelaufene Jahr 2015. Voraussetzung ist eine Pension unter der Steuerfreigrenze. Mehr Geld gibt es auch für Pflegegeldbezieher: Die Unterstützung in allen Stufen steigt um zwei Prozent.

Kommunikation. Wer seinen Handyvertrag kündigen will, braucht künftig weniger Geduld. Mit der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sinkt die Kündigungsfrist von drei auf einen Monat. Die Verkürzung gilt ab dem 27. Februar für alle ab da neu abgeschlossenen Verträge. Zudem sinken die Roaming-Gebühren in der EU erneut – bevor sie 2017 komplett auslaufen.

Banken. Keine Besserungen gibt es für Sparer, zumindest die Bauspar-Prämie bleibt stabil bei 1,5 Prozent. Ab September soll außerdem jeder einen Rechtsanspruch darauf haben.

Autofahren. Die Vignette ist teurer. Ein PKW-Jahres-Pickerl kostet den Autofahrer 85,70 statt 84,40 Euro.
Außerdem müssen im Laufe des heurigen Jahres 363.000 VW-Besitzer in die Werkstatt, um den Schadstoffausstoß der Betriebszulassung anzupassen.