Erstellt am 24. September 2014, 07:04

von Werner Müllner

Dax & Partner: „Dienstleister wie Frisör“. Dieser Tage feiert Dax & Partner ein Firmenjubiläum. Werner Dax gibt sich bescheiden: „Unser Unternehmen ist ein einfacher Dienstleister wie ein Frisör oder Mechaniker.“

Familie. Christian, Werner, Michael und Eva Dax, Tochter Julia fehlte hier auf dem Bild.  |  NOEN, Millendorfer
Wenn man hört, dass ein 47-Jähriger, der mit 22 Jahren sein Jusstudium fertig hatte, 20-jähriges Firmenjubiläum gemeinsam mit drei erwachsenen Kindern feiert, dann denkt man vorerst an einen Zahlendreher oder einen Tippfehler.

Schwiegervater stellte Bauplatz zur Verfügung

Keines von beiden ist passiert. Werner Dax – Gründer von Dax & Partner wusste ganz einfach, was er wollte: „Mich hat das Thema sehr interessiert und ein Professor hat mich quasi entdeckt und als Assistent angestellt.“

x  |  NOEN, Dieter Sajovic
Doch nicht nur das Jusstudium interessierte ihn: „Ich war ein begeisterter Musikant und hab mit einigen Bands und Kapellen gespielt.“ Die Trompete hat er laut eigenen Angaben „ganz gut beherrscht“ und bei der Gitarre „reichte es, mitspielen zu können.“

Den geborenen Steirer hat es durch einen Freund seines Vaters ins Burgenland verschlagen: „Der sagte zu mir, komm ins Burgenland, da gibt es noch einen Markt für Euch.“

Das letzte Tüpfelchen am i war, dass der Schwiegervater einen Bauplatz in Güssing zur Verfügung stellte. Der Grundstein war im wahrsten Sinne des Wortes gelegt. In den vergangenen 20 Jahren ist daraus eine renommierte Wirtschaftskanzlei mit über 50 Mitarbeitern, davon 15 Juristen, geworden. Firmenstandorte gibt es in Wien, Güssing, Eisenstadt und Graz.

„Wir haben eine sehr flache Hierarchie“

Partner Johannes Wutzlhofer: „Ein Teil unserer Philosophie ist es, unsere Klienten über lange Zeiträume zu vertreten.“ Und weiß auch, warum man im Land so erfolgreich ist: „Im eigenen Land tut man sich leichter, wenn man die Sprache spricht“ und ergänzt „ganz wichtig ist zuhören, denn nur dann versteht man die Menschen auch.“

Und auch firmenintern wird so miteinander umgegangen: „Wir haben eine sehr flache Hierarchie und sind quasi alle per du. Was nicht heißt, dass wir die lockere 68er-Partie sind, aber zu strikte Hierarchien hemmen die kreative Arbeit“, erklärt Wutzlhofer.

Wenn man die Firmengeschichte liest, glaubt man, dass nicht viel falsch gemacht wurde, Werner Dax sieht das anders: „Aggressivität war früher mein Markenzeichen und ich hab mir damals viele Feinde gemacht. Mittlerweile hab ich gelernt, dass man mit Kompromissbereitschaft vieles leichter erreicht.“