Erstellt am 10. Juli 2013, 15:04

dayli-Entscheidung über Schließung am Freitag. dayli-Masseverwalter Rudolf Mitterlehner versucht bei der insolventen Schlecker-Nachfolgegesellschaft noch Geld in die Kasse zu spülen. Ab Donnerstag sind die Waren um 40 Prozent bis auf Widerruf reduziert, sagte Mitterlehner.

Es gehe darum den Umsatz der Drogeriemarktkette wieder anzukurbeln, aber man greife damit nicht auf die Fortführungsentscheidung in den nächsten Tagen vor.

"Es werden derzeit noch verschiedene Szenarien durchgerechnet." Details der Sanierung und mögliche Investoren wollte Mitterlehner nicht kommentieren. Am Freitag will der Masseverwalter über Fortführung oder Schließung in einer Aussendung informieren.

In Österreich zittern derzeit rund 3.500 dayli-Mitarbeiter - zumeist Frauen - um ihren Job. Sie müssen momentan ohne ihre Juni-Gehälter und Urlaubsgeld über die Runden kommen. Indes hat der Schweizer Milliardär Phillip Gaydoul (Enkel von Karl Schweri, Gründer der Schweizer Denner-Märkte) als möglicher dayli-Investor abgewunken. Der neue Eigentümer Martin Zieger war als Berater von Gaydoul tätig und sitzt im Verwaltungsrat der Gaydoul-Group

Nach der Insolvenz der Drogeriekette dayli in Österreich bestreitet die italienische Tochter Gerüchte, nach denen sie vor Gericht den Konkurs in Udine anmelden will. "Wir überprüfen Wege zur Bewältigung der Krise. Es ist noch kein endgültiger Beschluss gefasst worden", sagte ein italienischer dayli-Sprecher auf Anfrage der APA. Alle dayli-Shops in Italien seien offen.

Die Juni-Gehälter der Mitarbeiter seien bis zu 75 Prozent gezahlt worden, betonte der Firmensprecher. Schritte seien unternommen worden, um die Belegschaft auf Kurzarbeit zu stellen.

Die Krise bei dayli, die in Italien 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, betrifft vor allem die norditalienischen Regionen Friaul Julisch Venetien und Veneto, in denen das Unternehmen in Italien am stärksten präsent ist. Allein in Friaul bangen 70 Mitarbeiter um ihre Jobs.