Erstellt am 04. Juli 2013, 14:20

dayli insolvent - 3.468 Mitarbeiter betroffen. Die Schlecker-Nachfolgegesellschaft dayli ist zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden. Das Unternehmen hat am Donnerstag beim Landesgericht Linz einen Antrag auf Einleitung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht.

Den Gläubigern wird eine Quote von 25 Prozent angeboten. Betroffen von der Insolvenz sind rund 3.300 Mitarbeiter in Österreich sowie mehr als 1.000 im Ausland.

Die TAP 09 Beteiligungs GmbH von dayli-Chef Rudolf Haberleitner hat ihre Anteile unmittelbar vor dem Antrag bei Gericht an die ICU Unternehmensberatung GmbH von Martin Zieger abgetreten, um eine Sanierung und die Finanzierung der Zukunft des Unternehmens zu ermöglichen. Offenbar lag der Verkaufspreis bei einem Euro. Zieger war Geschäftsführer von Hunkemöller, Charles Vögele und Palmers.

Das Unternehmen soll unter dem neuen Eigentümer fortgeführt werden. Offen ist, wie viele der 3.468 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihren Job behalten. Neben den Beschäftigten sind rund 950 Vermieter und 1.340 weitere Gläubiger betroffen.

"Das Ziel ist die Finanzierung des Unternehmens zu sichern und in Zusammenarbeit mit Politik und Gewerkschaft möglichst viele Arbeitsplätze und die Nahversorgung in Österreich zu sichern," betonte der neue Eigentümer Martin Zieger. Das Fortführungskonzept sieht auch ein Mitarbeiterbeteiligungsmodell vor, das ab nächster Woche den dayli-Mitarbeitern vorgestellt wird, heißt es.

Als Grund für die Pleite führt die Firma an, dass Teile des Nahversorger-Konzepts - dazu zählt auch die Sonntagsöffnung - nicht wie geplant umgesetzt werden konnten. Obwohl das Unternehmen nun offiziell insolvent ist und in den Filialen kaum noch Waren sind, will Haberleitner weitermachen wie bisher. Von einem Scheitern könne keine Rede sein.

Haberleitner selbst sieht sich noch immer als Geschäftsführer. Allerdings übernimmt im Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung der Masseverwalter das Ruder. Haberleitner hat somit rein rechtlich nichts mehr zu sagen.

KSV-Insolvenzexperte Hans-Georg Kantner begrüßt den Insolvenzantrag ohne Eigenverwaltung der maroden Drogeriemarktkette dayli. "Nun wird ein versierter Masseverwalter das Ruder übernehmen", sagte Kantner. Anfang nächster Woche erwartet Kantner eine Entscheidung über die mögliche Fortführung.