Erstellt am 30. Juli 2013, 13:09

dayli meldete alle Jobs beim AMS an. Masseverwalter Rudolf Mitterlehner hat die verbliebenen rund 2.200 Mitarbeiter der insolventen Drogeriekette dayli sicherheitshalber beim AMS zur Kündigung angemeldet.

Dies sei allerdings kein Hinweis darauf, dass dayli in den nächsten Tagen Konkurs anmeldet, sondern lediglich eine Vorsichtsmaßnahme, um die Interessen der Gläubiger zu wahren, ließ Mitterlehner am Dienstag mitteilen. 

Gleichzeitig kündigte er abermals eine 40-Prozent-Preisaktion an, bereits die dritte in den vergangenen Wochen. Zuletzt hatte die Rabattaktion überraschend viel Geld in die Kassen gespült, wodurch die Deadline für eine mögliche endgültige Schließung von Ende Juli auf Mitte August ausgedehnt wurde.

Wie Mitterlehner am Dienstag im Ö1-Mittagsjournal des ORF-Radio sagte, bekommen die dayli-Mitarbeiterinnen nach einem Monat ohne Lohn nun die Juli-Gehälter ausbezahlt.

Die Investorensuche läuft noch, laut dem Sprecher von Eigentümer Martin Zieger gibt es bis dato nichts Neues. "Mehr als maximal zwei Wochen sind aus heutiger Sicht nicht mehr drinnen. Bis dahin muss ein Investor gefunden sein, der den Wareneinkauf finanziert, die Haftung für die Verluste übernimmt und auch den Sanierungsplan absichert", stellte der Masseverwalter klar.

Umso überraschender ist einmal mehr das Agieren des ehemaligen Eigentümers und Ex-Geschäftsführers Rudolf Haberleitner. Obwohl entmachtet, mischt er anscheinend weiter bei der Investorensuche mit - und gibt trotz der unter seiner Führung eingetretenen Insolvenz dem Masseverwalter noch gute Tipps. Demnach sollte Mitterlehner die Regale auffüllen.

"Es ist genug Geld auf dem Konto, zehn Millionen Euro. Aber er kauft nichts ein", kritisiert Haberleitner in der "Presse". Replik des Masseverwalters: "Das Geld wird für die Masseforderungen benötigt." Er habe aus der Masse die Mieten für die Standorte und die Löhne für die Dienstnehmer zu zahlen. "Neue Ware einzukaufen ist absolut undenkbar."