Erstellt am 05. Oktober 2011, 13:51

Dem Tourismus gehen die Arbeitskräfte aus. Arbeiterkammer und Gewerkschaft sorgen sich um die Arbeitsbedingungen im Tourismus. Bei der durchschnittlichen Beschäftigungsdauer habe sich in den vergangenen drei Jahren nicht wirklich etwas verändert, die Einkommen seien nur marginal gestiegen.

Auch 2010 waren die Arbeitnehmer der Branche im Schnitt nur knapp unter sieben Monaten beschäftigt, geht aus einer Sonderauswertung des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hervor. "Jeder ist durchschnittlich fünf Monate im Jahr arbeitslos", kritisierte der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, Rudolf Kaske, am Mittwoch vor Journalisten.

Die Beschäftigungsdauer sei im Vorjahr gegenüber 2009 und 2008 um nur einen Tag gestiegen. Mit Ausnahme von Wien habe sich hier österreichweit kaum etwas bewegt. Positiv entwickelten sich beispielsweise die Wiener Kaffeehäuser, aber auch der gesamte Wellnessbereich inklusive der Thermenregionen in den Bundesländern. "Die Hoteliervereinigung, die Wirtschaftskammer und wir würden uns generell mehr Ganzjahresbetriebe wünschen - da sind wir uns einig", so Kaske.

Die Bezahlung in der Branche verharrt der Sozialversicherungsstatistik zufolge auf niedrigem Niveau. Das Durchschnittsgehalt erhöhte sich 2010 im Jahresabstand lediglich von 1.550 auf 1.565 Euro brutto. "Eine Putzfrau verdient heute in Österreich mehr als ein Stubenmädchen", ärgert sich Kaske. Gastgewerbliche Arbeitnehmer verdienten noch einmal um rund 30 Prozent weniger als alle anderen in der Branche.

Die Arbeitnehmervertreter stoßen sich auch am geringen Durchschnittsalter der Mitarbeiter in der Tourismusbranche: Im Vorjahr stieg es gegenüber 2009 nur marginal von 34,2 auf 34,3 Jahre, 2008 lag es bei 34 Jahren. "Angesichts der Überalterung der Bevölkerung wären wir auch in Österreich gut beraten, ältere Dienstnehmer in Österreich zu halten und Quereinsteiger zu gewinnen", so Kaske.