Erstellt am 22. August 2012, 00:00

Den Schnaps im Tank?. E10-DISKUSSION / Ab Oktober sollte Benzin zehn Prozent Ethanol zugesetzt werden. Auch im Burgenland herrscht Verunsicherung.

Bioethanol wird hauptsächlich aus Weizen und Mais hergestellt. „Mit dem E10 kann man einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, ist Hautzinger überzeugt. WALDHÄUSL  |  NOEN

VON DORIS SEEBACHER

Eine hitzige Diskussion läuft gerade zum Thema E10 (Ethanol), das ab Oktober zu zehn Prozent dem heimischen Benzin beigesetzt werden soll.

Ganz dagegen spricht sich die Tankstellenvertretung im Burgenland aus. „Der neue Treibstoff muss vom Steuerzahler subventioniert werden, da er teurer ist und vom Kunden nur mit einem Steuerzuckerl angenommen wird“, so Johann Hersich, Obmann der Fachgruppe Tankstellen. Laut Hersich wird mit einem Steuerausfall von 160 Millionen Euro gerechnet.

Beim ÖAMTC ist man zwar auch skeptisch, nennt aber Bedingungen, mit denen man sich arrangieren könnte. „Es muss garantiert werden, dass flächendeckend weiterhin Eurosuper angeboten wird“, so Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessensvertretung. Wichtig sei natürlich auch, dass der neue Treibstoff günstiger sein muss. „Aus Deutschland wissen wir, dass E10 bei gleichem Preis kaum oder gar nicht getankt wird“, so Wiesinger. Weiters fordert Wiesinger eine verbindliche Liste aller Automobilhersteller, welcher Motor E10 verträgt und welcher nicht.

„Speziell bei älteren KFZ-Modellen könnten Motorteile korrodieren und Dichtungen zerfressen werden“, befürchtet auch ARBÖ Burgenland Präsident Peter Rezar. Denn Ethanol sei nichts anderes als Schnaps. Die Landwirtschaftskammer Burgenland (LWB) unterstützt die E10-Einführung. Warum? „Um Klimaschutzziele zu erreichen“, so Franz Stefan Hautzinger, Präsident der LWB. Den Vorwurf, dass ältere Autos E10 nicht vertragen könnten, weist er zurück. „Außerdem wird herkömmliches Benzin auch weiterhin angeboten werden“, so Hautzinger. „Und das Argument, dass Menschen verhungern, wenn wir Rohstoffe ’verspriten‘, stimmt nicht“, erklärt Hautzinger. Momentan werden in Österreich sechs Prozent der Anbaufläche für die Produktion von Ethanol verwendet. „Und durch die Produktion entsteht als Abfallprodukt ein wertvolles Futtermittel, nämlich hochwertiges Eiweiß. Damit können wir unsere Sojaschrotimporte ersetzen“.