Erstellt am 26. Juli 2011, 13:59

Der Einzelhandel tritt auf der Stelle. Der heimische Einzelhandel tritt zur Zeit auf der Stelle. Erstmals seit dem ersten Halbjahr 2009 ist sich real kein Umsatzzuwachs ausgegangen. Bereinigt um die Inflation stagnierten die Erlöse der Handelsbetriebe im Zeitraum Jänner bis Juni 2011, nominell legten sie um 2,8 Prozent zu. Absolut erwirtschaftete die Branche 24,5 Mrd. Euro.

"Nach zwei Jahren meteorologischem Hoch kommen wir derzeit in ein Tief. Ich bin mir aber sicher, der Nebel steigt auf und es gibt einen guten Herbst", kommentierte Handelsobmann Fritz Aichinger am Dienstag die Zahlen der KMU Forschung Austria. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo prognostiziert für das Gesamtjahr 2011 ein reales BIP-Wachstum um 3,0 Prozent. "Davon wird wohl auch etwas zu uns kommen", schöpft Aichinger Hoffnung.

Etwa drei Viertel der von der KMU Forschung befragten Unternehmen erwartet zwar für die kommenden Monate eine stabile Geschäftsentwicklung, der Anteil jener Betriebe, die mit einer Verbesserung rechnen, ist allerdings gesunken. "Wichtig ist jetzt, dass die Konsumenten nicht weiter verunsichert werden", meinte Peter Voithofer von der KMU Forschung Austria. Das erste Halbjahr sei durch eine starke Polarisierung gekennzeichnet, so Voithofer. Während 49 Prozent der Betriebe positiv wirtschafteten, brachen die Umsätze von 43 Prozent der Unternehmen ein. Die Standortfrage werde immer wichtiger.

Deutliche Gegensätze ergeben sich auch bei der Betrachtung nach Branchen: Zu den Gewinnern im Halbjahr zählen der Lebensmittelhandel (+1,3 Prozent), Kosmetikgeschäfte (+3,1 Prozent) und Elektrohändler (+1,4 Prozent). Zum Teil starke Einbußen erlitten hingegen Schuhhändler und Sportartikelgeschäfte, deren Umsätze real um 3,4 bzw. 2,2 Prozent zurückgingen. Auch Bekleidungshändler (-1,9 Prozent) und Buch- bzw. Schreibwarenhändler (-1,5 Prozent) verzeichneten in den ersten sechs Monaten Rückgänge.