Erstellt am 08. August 2011, 07:34

Deutsche Fluglotsen wollen am Dienstag streiken. Flugreisende müssen sich am Dienstag auf Flugausfälle einstellen: Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat zum deutschlandweiten Streik aufgerufen. Der Ausstand ist für Dienstag zwischen 06.00 und 12.00 Uhr vorgesehen.

"Wir sehen keine Notwendigkeit, in Verhandlungen mit der Deutschen Flugsicherung zu kommen", sagte GdF-Sprecher Markus Siebers am Montag in Frankfurt.

Die Flugsicherung will gerichtlich gegen den Streikplan vorgehen. "Wir werden das wieder auf Rechtmäßigkeit überprüfen lassen", sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) am Montag. Sollten die Fluglotsen tatsächlich ihre Arbeit niederlegen, könnten bis zu 2000 Flugbewegungen in Deutschland betroffen sein. "Dann bedeutet das: Keine Starts, keine Landungen und auch keine Überflüge."

Bereits vergangene Woche hatte das Arbeitsgericht Frankfurt einen Lotsenstreik kurzfristig untersagt. Zu einer zweiten Prüfung beim Landesarbeitsgericht war es nicht gekommen, weil die Fluglotsen ihren Streik nach dem juristischen Hin und Her abgesagt hatten. Die DFS hatte daraufhin ihren Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die streikwillige Gewerkschaft zurückgezogen.

Unterdessen bereitet sich der größte deutsche Flughafen in Frankfurt am Main auf den Fluglotsenstreik vor. "Natürlich laufen die Vorbereitungen weiter, die wir letzte Woche schon getroffen haben", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport Montag früh. Über weitere Maßnahmen werde im Laufe des Montags entschieden. Nach Angaben der Fraport könnten in Frankfurt 500 bis 600 Flüge betroffen sein. Reisende sollten sich jedenfalls regelmäßig im Internet informieren.

Die GdF fordert für die mehr als 5000 Tarifbeschäftigten der DFS, darunter rund 1900 Fluglotsen, 6,5 Prozent mehr Geld und mehr Einfluss auf Strukturen und Personalentscheidungen.