Erstellt am 15. Februar 2012, 08:29

Deutsche Wirtschaft schrumpfte um 0,2 Prozent. Die deutsche Wirtschaft ist Ende 2011 zum ersten Mal seit fast drei Jahren geschrumpft.

Das BIP fiel von Oktober bis Dezember um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Grund waren sinkende Konsumausgaben und fehlende Impulse vom Außenhandel, teilte das Statistische Bundesamt. Einen stärkeren Rückgang verhinderten steigende Investitionen, vor allem in Gebäude.

Ein Minus hatte es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 gegeben, das mit vier Prozent sehr stark ausfiel. Analysten hatten sogar ein Rückgang von 0,3 Prozent erwartet. Im Sommer war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,6 Prozent gewachsen und damit etwas stärker als zunächst mit 0,5 Prozent angegeben.

Die Chancen für eine rasche Erholung sind zuletzt deutlich gestiegen. Das GfK-Konsumklima ist so gut wie seit knapp einem Jahr nicht mehr, ebenso die ZEW-Konjunkturerwartungen der Analysten, während sich das Ifo-Geschäftsklima zuletzt dreimal in Folge aufhellte. Die Bundesregierung erwartet 2012 ein Wachstum von 0,7 Prozent. 2011 hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent zugelegt.

Für das Gesamtjahr 2011 bestätigten die Statistiker das Wachstum von 3,0 Prozent. Kalenderbereinigt liegt die Wachstumsrate bei 3,1 Prozent. Dies entspreche ebenfalls der ersten Berechnung von Jänner, hieß es weiter vom Bundesamt. Die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal wurde von 41,6 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren laut Bundesamt 560.000 Personen oder 1,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Frankreichs Wirtschaft ist demgegenüber Ende 2011 überraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im Zeitraum von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent zu, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um 0,1 Prozent gerechnet.