Erstellt am 13. Oktober 2010, 14:18

Die Armut ist weiblich. ARMUTSFALLE / Laut einer Studie sind im Burgenland 884 Personen auf Sozialhilfe angewiesen. Mehr als die Hälfte sind Frauen.

A woman with unpaid bills  |  NOEN, Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)
VON DORIS SEEBACHER

Einer Studie zufolge, die die Anzahl derjenigen Personen eruieren sollte, die Anspruch auf die bedarfsorientierte Mindestsicherung in Höhe von 744 Euro haben, sind im Burgenland momentan 884 Personen auf Sozialhilfe angewiesen. 55 Prozent davon sind Frauen. Überdurchschnittlich viele Sozialhilfeempfänger finden sich im Bezirk Oberwart, nämlich 40 Prozent. „Das liegt daran, dass im Süden auch der Anteil der Arbeitslosen viel höher ist als im restlichen Burgenland“, heißt es von Seiten des AMS.

Unter den Sozialhilfeempfängern befinden sich neben arbeitslosen Personen (59 Prozent) auch geringfügig Beschäftigte oder so genannte „working poors“, die trotz Job so wenig verdienen, dass sie trotzdem Anspruch auf Sozialhilfe haben. Ziel dieser Studie sei es laut AMS nun, 20 bis 30 Prozent dieser Sozialhilfeempfänger wieder in ein geregeltes Arbeitsleben zu integrieren.

Frauen verdienen um drei Gehälter weniger als Männer
Ungerecht ist in ganz Österreich auch nach wie vor die Einkommensverteilung zwischen Mann und Frau. Im Burgenland verdienen Frauen um 24,8 Prozent weniger als Männer. In Vorarlberg beträgt der Unterschied sogar 33 Prozent. Ein erster Schritt wurde bereits zur Verbesserung dieser Einkommensungleichheit durchgesetzt. Ab Jänner 2011 müssen Großbetriebe die durchschnittlichen Einkommen ihrer Mitarbeiter offenlegen. Im Burgenland ist das BFI, das Berufsförderungsinstitut, bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. „Demnächst folgt ein weiterer burgenländischer Betrieb“, verspricht Frauenlandesrätin Verena Dunst.