Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

DIE VORGESCHICHTE. ENERGIE-HOCHZEIT / BEWAG und BEGAS mit 1. Juli vereint. NeoVorstand Alois Ecker wurde mit acht von 13 Stimmen gewählt.

Das Führungsduo: Der neue Mann an der Seite von Michael Gerbavsits (r.) heißt Alois Ecker. Der Niederösterreicher hat sich unter 16 Bewerbern durchgesetzt und tritt jetzt seinen Job an.  |  NOEN
Für BEWAG und BEGAS ist der 1. Juli ein „historischer Tag“: Mit der Eintragung ins Firmenbuch wird die Fusion der Energieversorger Realität. Zunächst galt es in der Vorwoche, die Weichen zu stellen – jedoch nicht ganz ohne Störgeräusche.

Zwar wurde der Niederösterreicher Alois Ecker von der EVN-Tochter „kabelplus“ – die vor drei Jahren „Bnet“ übernommen hat – wie erwartet als neuer BEWAG-Vorstand präsentiert; er bekam in der Hauptversammlung aber nur acht von 13 Stimmen. Die Gegenstimmen der Arbeitnehmer-Vertreter seien als Signal gegen den      „damit weiter wachsenden Einfluss der EVN“ zu sehen, meint Betriebsratschef Josef Grafl im BVZ-Gespräch. Kritik an der Postenvergabe an einen „Nicht-Burgenländer“ hatte es auch in der ÖVP gegeben. Alois Ecker jedenfalls freut sich bereits auf die neue Aufgabe. Zur Kritik meint er: „Bei einer Aktiengesellschaft ist man in erster Linie den Aktionären verpflichtet.“

Jetzt geht es mit 1. Juli an die Arbeit – und an die Fusion mit der BEGAS, die in der Vorwoche die allerletzte Sitzung abhielt (siehe links). Der Kunde selbst wird den Auftritt der „Energie Burgenland“ (so der Arbeitstitel) mit dem neuen Geschäftsjahr ab 1. Oktober spüren. Vorstandssprecher Michael Gerbavsits: „Vom Zusammenschluss werden alle Burgenländer profitieren.“

DIE VORGESCHICHTE
 Nötig geworden war die Neubesetzung in der BEWAG mit dem Abgang Reinhard Schweifers, der wegen möglicher Unregelmäßigkeiten während seiner BEGAS-Zeit auf sein Vorstandsmandat verzichtete, die Einhaltung seines Dienstvertrages aber einklagen will.
 Die laufenden Ermittlungen wegen nicht korrekt versteuerter Privatausgaben – die zur Entlassung von Ex-BEGAS-Vorstand Rudfolf Simandl führten – warfen auch einen Schatten über die letzte Aufsichtsratssitzung der BEGAS.
 Nach 42 Jahren wurde dennoch zufrieden Bilanz gezogen: Seit dem Jahr 1968 baute die BEGAS die Erdgas-Versorgung in 110 burgenländischen Gemeinden und für rund 52.000 Haushaltskunden auf.