Erstellt am 10. Januar 2013, 14:57

Diskussion um neue Leiharbeiter-Regelungen. Unterschiedliche Meinungen gibt es zu den Verbesserungen für Leiharbeiter, die seit 1. Jänner 2013 gelten. Während die Gewerkschaft die Besserstellung von Leiharbeitern begrüßt, will die Industriellenvereinigung (IV) nach einem Jahr eine Evaluierung der neuen Vorschriften.

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"Überlassene Arbeitskräfte haben jetzt mehr Schutz und mehr Rechte sowohl am Arbeitsplatz als auch zwischen Überlassungen", begrüßt Rene Schindler, Bundessekretär der für Leiharbeiter zuständigen Gewerkschaft Pro-Ge die mit Jahreswechsel in Kraft getretenen Änderungen im Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG). Für die rund 75.000 Leiharbeiter gebe es künftig mehr Information, mehr Sicherheit und mehr Gleichstellung mit der Stammbelegschaft, so der Gewerkschafter.

Die IV und der in der Wirtschaftskammer (WKÖ) für die Branche zuständige Manpower-Geschäftsführer Erich Pichorner stoßen sich insbesondere daran, dass nun Leiharbeiter 14 Tage im Vorhinein von einer Beendigung des Arbeitsverhältnisses informiert werden müssen, wenn sie den Job drei Monate oder länger innehatten. Der Beschäftiger wisse oft selbst nicht, wann der Einsatz des Leiharbeiters zu Ende gehe, meint Pichorner. Die Zeitarbeit werde durch die neuen Regelungen teurer und unflexibler. Auch IV-Generalsekretär Christoph Neumayer hält die 14-Tage-Frist für "realitätsfremd".

Helmut Mahringer vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) glaubt nicht, dass durch die neuen Regelungen nun die Zeitarbeiter um ihre Jobs zittern müssen. Die flexible Personalbereitstellung bleibe erhalten. Die unmittelbare finanzielle Ersparnis durch Zeitarbeit sollte ohnehin nicht im Vordergrund stehen, meint er.