Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Diskussion um Urlaubstage. Arbeiten wir zu wenig? / Der Vorschlag der Industriellenvereinigung, Feiertage zu verschieben, stößt im Burgenland auf wenig Gegenliebe. Jetzt steht auch der Urlaub zur Debatte.

Von Wolfgang Millendorfer

Angefangen hat alles mit einem Vorschlag der Industriellenvereinigung (IV): Um ungeliebte Fenstertage zu umgehen, sollten Fronleichnam, Christi Himmelfahrt und Co. kurzerhand von Donnerstag auf Freitag verschoben werden. Auch im Burgenland fordert IV-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl „mehr Flexibilität“ ein.

Die Reaktionen kamen postwendend: Die Politik winkte auf Bundesebene ab, ebenso die Wirtschaftskammer. „Die Fenstertage sind etwa für den Tourismus von großer Wichtigkeit“, meint WK-Präsident Peter Nemeth. Flexiblere Arbeitszeiten oder eine Senkung der Lohnnebenkosten würden eher zur Effizienzsteigerung beitragen.

Mit einem weiteren Vorschlag sorgte der ÖGB für eine Verlängerung der Debatte: Wochenend-Feiertage sollten am Montag nachgeholt werden.

AK-Präsident Alfred Schreiner verweist zudem auf hohe Wochenarbeitszeiten und Überstunden: „Angebracht wäre daher eine Diskussion über mehr anstatt weniger Erholungszeiten. Etwa mit einer sechsten Urlaubswoche ab 25 Beitragsjahren in die Sozialversicherung.“

Ganz anderer Meinung ist Ingrid Puschautz-Meidl: „Wir stehen im internationalen Wettbewerb und Österreich liegt bei den Urlaubstagen bereits jetzt im Spitzenfeld.“ Ein „Nein“ der IV gibt es unter anderem auch zur ÖGB-Forderung nach einer „Arbeitsmarktabgabe“ von einem Euro pro Überstunde.