Erstellt am 13. Juli 2011, 00:00

Doppelt so viel Lehrgeld. UNGERECHT / Lehrlinge in der Lehrwerkstätte in Großpetersdorf verdienen mehr als das Doppelte als in anderen Lehrwerkstätten.

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VON DORIS SEEBACHER

Überprivilegiert nennt Josef Stiglitz, Arbeitsrechtspezialist der Wirtschaftskammer Burgenland, jene Lehrlinge, die ihrer Ausbildung zum Metaller in der Lehrwerkstätte Jugend am Werk (JAM) in Großpetersdorf absolvieren. Denn sie werden nach dem gültigen Kollektivvertrag bezahlt und erhalten nicht, so wie in anderen Lehrwerkstätten, nur eine sogenannte Deckelung des Lebensunterhaltes (siehe Infobox). Diese Ungerechtigkeit wollte man vonseiten der Wirtschaftskammer nun ausschalten ging jedoch nicht. Wir haben angeregt, dass alle Lehrlinge in Lehrwerkstätten gleichbehandelt werden auch das AMS hat sich zu diesem Schritt entschlossen, so Stiglitz.

Abänderung der Richtlinien  war nicht möglich

 

Aufgrund von Richtlinien war eine Abänderung jedoch nicht möglich. Das bestätigt nun auch Helene Sengstbratl vom AMS Burgenland. Wir haben diesen Passus übersehen. Ungerecht für jene Lehrlinge, die in anderen Lehrwerkstätten als in Großpetersdorf ihren Beruf lernen müssen, findet die Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Wir kämpfen seit Anbeginn dafür, dass in allen Lehrwerkstätten die Lehrlingsentschädigung nach Kollektivvertrag bezahlt wird, so Oliver Krumpeck vom ÖGJ Burgenland. Als überprivilegiert sieht er die Institution JAM nicht, denn: In anderen überbetrieblichen Einrichtungen versucht man, die Lehrlinge während der Lehrzeit in der Privatwirtschaft unterzubringen in Großpetersdorf ist das nicht der Fall.