Erstellt am 10. Dezember 2011, 20:27

Drogeriekette Schlecker schließt weiter Filialen. Die deutsche Drogeriekette Schlecker steht nach einem Bericht des "Spiegel" vor gravierenderen Finanzproblemen als angenommen. Allein im November und Dezember habe das Unternehmen aus dem schwäbischen Ehingen 600 Filialen geschlossen. Ein Sprecher des Konzerns dementierte, dass die Probleme gravierend seien.

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Es treffe aber zu, dass defizitäre Läden weiterhin zugemacht würden, sagte er am Samstagabend der Nachrichtenagentur dpa, ohne die genannten Zahlen zu bestätigen. Dieser Prozess solle bis zum Ende des ersten Quartals 2012 abgeschlossen werden.

Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin weiter schreibt, wird Ware im Wert von 180 Millionen Euro aus den geschlossenen auf andere Filialen verteilt. Auch das bestätigte der Sprecher grundsätzlich, "aber das ist doch betriebswirtschaftlich auch nachvollziehbar." Die Schließungen und die Umverteilung der Ware seien Teil der laufenden Restrukturierung. Laut "Spiegel" erklären die Schlecker-Lieferanten, die Kette habe auch deutlich weniger Weihnachtsware geordert.

Die Darstellung des Magazins, Firmengründer Anton Schlecker habe einen zweistelligen Millionenbetrag aus seinem Privatvermögen zum Ausgleichen von Verlusten benutzt, dementierte der Unternehmenssprecher. "Aber es ist grundsätzlich so, dass ein Polster aus guten Jahren auch mal für schlechte Jahre benutzt wird." Schlecker sei nun einmal ein Familienunternehmen.

Schlecker schreibt nach früheren Aussagen seit 2008 rote Zahlen und rechnet auch in diesem Jahr wieder mit einem Verlust. Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. In Österreich hat Schlecker rund 3.000 Beschäftigte.