Erstellt am 19. November 2013, 14:01

E-Control: Einstandspreis-Senkung an Kunden weitergeben. Die heimischen Gas-Anbieter sollten Senkungen ihrer Einstandspreise, die sich etwa aus Nachverhandlungen zu den langfristigen "Take-or-Pay"-Verträgen ergeben - Stichwort EconGas und Gazprom -, an ihre Haushaltskunden weitergeben, verlangt E-Control-Vorstand Martin Graf.

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Ausständig sind solche Vertragsrevisionen seitens der großen Versorger in Ober- und Niederösterreich sowie Wien und Burgenland. "Das sind genau die Versorger, wo man die hohen Preise sehen kann", rechnet Graf für die Zukunft noch mit Gaspreis-Nachlässen von den EnergieAllianz-Unternehmen (Wien Energie,EVN und Energie Burgenland) sowie der Oö. Ferngas und der Linz AG, wie er sagte.

In den Nachverhandlungen heimischer Großabnehmer mit den russischen Lieferanten ist laut Graf einiges Potenzial drinnen, "die Spot-Preise liegen noch immer unter jenen der Import-Verträge". Gemeinsam mit der EconGas und ihrer Mutter OMV ringt man ja schon seit längerem um neue Preise. Sollte es hier Erfolge geben, handle es sich schon um "einen wesentlichen Effekt", so Graf: "Wenn es da neue Verträge mit den Vorlieferanten gibt, ist das den Kunden weiterzugeben."

Sehr gute Margen im Gasbereich

Der Vergleich der Haushaltspreise mit jenen auf Großhandelsebene zeige, dass die Margen im Gasbereich "noch immer sehr gut" seien. Dabei hätten sich die Marktbedingungen massiv verändert, "es gibt derzeit ein Gasüberangebot am Markt". Auch die LNG-Thematik spiele hier hinein - weniger stark bei den Haushalten als bei der Industrie, wo der Wettbewerb schon immer besser funktioniert habe.

Durch das Hereindrängen neuer Anbieter wie goldgas oder Montana gebe es jetzt erstmals auch ein stärkeres Wettrennen um Haushaltskunden. Das, so der Energie-Control-Vorstand, sei "auf das Engagement der neuen Anbieter zurückzuführen, die proaktiv auf die Kunden zugehen. Und der niedrigere Preis zieht offenbar."

Grenzüberschreitenden Gashandel verbessern

Günstigere Energiepreise in Österreich werden auch die wachsende Liquidität am heimischen Gashandelsplatz CEGH bzw. ein möglicher, in Diskussion stehender gemeinsamer regionaler Gasmarkt mit der Slowakei und Tschechien bringen können, ist Graf überzeugt. Damit für ganz große Kunden leichter Gas ins Land geliefert werden kann, habe man zudem, bereits per Anfang 2013, die Möglichkeit einer Tagesbilanzierung eingeführt und damit die Eintrittsbarrieren gesenkt. Ziel ist, dass sich durch neue Marktregeln der grenzüberschreitende Gashandel verbessert und sich damit die Preise am CEGH an die niedrigeren deutschen Großhandelspreise angleichen. Einmal sind sie dort schon darunter gelegen, so Graf.

Die Tigas senkt übrigens die Gaspreise ab 1. Jänner 2014: Der landeseigene Tiroler Energieversorger wird den Preis dann um durchschnittlich drei Prozent verringern. Zugleich werden sich aber die behördlich festgesetzten Netznutzungsentgelte erhöhen. Unterm Strich wird der Erdgasgesamtpreis (Gaspreis und Netzentgelte, Anm.) aber dennoch voraussichtlich um knapp ein Prozent sinken. Die Tigas erwartet, dass das Preisniveau in den kommenden Jahren sinkt; diese Entwicklung zeichne sich derzeit an den europäischen Erdgasbörsen tendenziell ab.