Erstellt am 20. September 2011, 17:16

E-Control kritisiert bevorstehende Gaspreis-Erhöhungen. Die Regulierungsbehörde E-Control kritisiert die aktuellen Gaspreis-Erhöhungen, die mehrere Versorger per 1. Oktober angekündigt haben. "Die Margen der Gasanbieter werden nach Abschätzungen der E-Control nach den Preiserhöhungen am obersten Ende der Bandbreite der letzten zwei Jahre liegen", heißt es in einer Aussendung.

"Ob das Ausmaß der Preiserhöhungen über die Situation an den Großhandelsmärkten gerechtfertigt werden kann, ist zu hinterfragen."

Mit 1. Oktober erhöht die Wien Energie den Energiepreis für Gas um 9,4 Prozent. Die EVN hebt ihren Preis gleichzeitig um 5,8 Prozent an, ebenso die BEGAS. Für Kunden der Wien Energie bedeutet das bei einem Jahresdurchschnittsverbrauch von 15.000 kWh eine Steigerung des Gesamtpreises um 5,3 Prozent, bei der EVN steigt der Gesamtpreis um 3,6 Prozent und bei der BEGAS um 3,5 Prozent, rechnet die E-Control vor. Die OÖ. Gas Wärme und Linz AG kündigten ebenfalls Preiserhöhungen an.

Gashändler, die an den europäischen Großhandelsmärkten tätig sind - sowie die Vorlieferanten einiger österreichischer Gaslieferanten - könnten von den günstigeren Spotpreisen im Sommer profitieren und Gas für den hochpreisigen Winter einspeichern, argumentiert E-Control-Vorstand Martin Graf. Auch die Terminpreise für Gaslieferungen im Winter 2012 und für das Kalenderjahr 2012 seien seit der letzten Preiserhöhungswelle im Frühjahr nicht deutlich gestiegen. "In Deutschland beispielsweise hat der E.ON-Konzern gerade angekündigt, die Preise für Haushaltskunden bis April 2012, also über die Heizperiode, stabil zu halten. Auch Österreichs Haushaltskunden sollten endlich von den verbesserten Rahmenbedingungen auf den Gasbeschaffungsmärkten profitieren", so Graf.

Co-Vorstand Walter Boltz appelliert an die Konsumenten, "ihre Rechte am liberalisierten Energiemarkt wahrzunehmen". Eines davon sei das Recht, seinen Energielieferanten frei wählen zu können, um sich eine kostengünstigere Alternative zu suchen. "Erhöht ein Lieferant den Gaspreis, muss er diese Erhöhung dem Konsumenten rechtzeitig und in schriftlicher Form mitteilen. Der Kunde hat jedoch die Möglichkeit, der Preiserhöhung zu widersprechen. In diesem Fall wird er drei Monate zum alten Preis versorgt und kann sich rechtzeitig einen alternativen, günstigeren Lieferanten auswählen.", erläutert Boltz. Bei einem Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter kann sich laut E-Control ein durchschnittlicher Haushalt derzeit bis zu rund 100 Euro einsparen.