Erstellt am 01. August 2011, 13:22

E-Wirtschaft wehrt sich gegen Strompreis-Kritik. Die heimische E-Wirtschaft zweifelt am Energiepreismonitor der Arbeiterkammer (AK), wonach die Österreicher zu viel für Gas und Strom zahlen. "Diese Sonntags-Rechnung vom 31. Juli entspricht nicht den Tatsachen", so die Interessenvertretung Oesterreichs Energie.

Die Strompreisentwicklung in Österreich liege unter der allgemeinen Teuerung. Die AK komme nur deshalb zu ihrem Ergebnis, weil sie ihr Preismonitoring genau zum Zeitpunkt der höchsten Börsenpreise für Strom beginnen lasse, meint die E-Wirtschaft. "Würde die Preisbeobachtung nur sechs Monate früher starten, müsste man daraus aufgrund der jüngsten Entwicklungen nach der Stilllegung von mehreren deutschen Atomkraftwerken sogar auf künftige Strompreiserhöhungen schließen." Anfang 2008 habe eine Megawattstunde an der Börse ebenso wie heute rund 60 Euro gekostet. Lediglich zur Jahresmitte 2008, "dem Konjunkturhöhepunkt vor der Finanzkrise", sei der Preis kurzfristig auf 90 Euro geklettert.

Seit der Liberalisierung des Strommarkts vor zehn Jahren sei der Endkundenstrompreis nicht stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung. Allerdings hätten sich die Steuern und Abgaben für Industriekunden um fast 80 Prozent erhöht, für Haushaltskunden hätten sie sich mehr als verdoppelt. 2010 habe die Jahresinflation bei Strom und Gas nur ein Prozent betragen, bei einer allgemeinen Teuerung von 2,3 Prozent.

Auch der Verbund, der laut AK die Strompreise in den vergangenen drei Jahren am stärksten angehoben hat, ging in die Offensive: Die AK-Darstellung sei "für die Konsumenten irreführend, da sie sich auf einen willkürlich gewählten Zeitraum bezieht und völlig außer Acht lässt, dass die Preiserhöhung von einem sehr niedrigen Niveau aus erfolgt ist", deponierte der Energiekonzern.

Rückendeckung erhielt die AK hingegen von der Umweltschutzorganisation Global 2000, die ebenfalls dafür plädiert, Energieversorger gesetzlich zur Weitergabe sinkender Preise zu zwingen.