Erstellt am 18. Januar 2012, 11:29

EFSF-Hebelpläne nach Rating-Abstufung vor dem Aus. Nach dem Verlust der Top-Bonitätsnote stehen einem Zeitungsbericht nach sämtliche Hebelpläne zur Erhöhung der Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds EFSF vor dem Scheitern.

Jede Hoffnung, den EFSF über einen Fremdkapitalhebel der staatlichen Garantien auf ein Kreditvolumen von bis zu 1,5 und mehr Billionen Euro auszuweiten, sei quasi gestorben, berichtet die "Welt" mit Bezug auf Verhandlungskreise.

Allerdings hatte es zuletzt ohnehin nicht mehr so ausgesehen, als ob die Pläne aufgehen würden, die Feuerkraft des Rettungsschirms über ein Anleiheversicherungsmodell oder einen gesonderten Spezialfonds für internationale Großanleger zu erhöhen. Dem Zeitungsbericht zufolge hofft die Politik nun, mit dem Fonds bis zum Sommer durchzukommen. Danach werde "hoffentlich" der dauerhafte Stabilitätsfonds ESM an den Start gehen.

Nach neun Ländern der Eurozone hatte die Ratingagentur Standard & Poor's am Montagabend auch den Krisenfonds herabgestuft. Da die bisherigen "AAA"-Staaten Frankreich und Österreich ihre Spitzenratings verloren hatten, war dies bereits erwartet worden. Der EFSF hält allerdings noch Top-Bonitätsnoten der anderen beiden führenden Agenturen Moody's und Fitch und hatte zuletzt keinerlei Problem, kurzfristig frische Mittel bei Investoren einzusammeln.

Fitch schließt eine Herbstufung der Kreditwürdigkeit Italiens um gleich zwei Stufen nicht aus. "Eine Herabstufung um zwei Stufen ist eine der möglichen Optionen", sagte Fitch-Direktor Alessandro Settepani am Mittwoch.

Fitch wird wahrscheinlich die Kreditwürdigkeit aller sechs im Dezember unter verschärfte Beobachtung gestellten Euroländer herunterstufen. "Wir erwarten, dass unsere Bonitätsüberprüfung bis zum Monatsende zu Absenkungen um ein bis zwei Stufen führen wird", sagte Managing Director Edward Parker am Mittwoch in Mailand.