Erstellt am 04. November 2013, 10:58

Ein Drittel der Ex-dayli-Mitarbeiterinnen ohne Job. Rund ein Drittel der ehemaligen Beschäftigten der insolventen Drogeriemarktkette dayli (vormals Schlecker) waren per Ende Oktober beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet.

Insgesamt 1.100 Personen - fast ausschließlich Frauen - waren beim AMS vorgemerkt, 153 befanden sich in Schulungen, hieß es vom AMS. 3.468 dayli-Beschäftigte verloren Mitte August bei der größten Handelspleite seit der Konsum-Insolvenz im Jahr 1995 ihren Job.

Ein Teil der Beschäftigen sei aufgrund der hohen Fluktuation im Handel oder auch woanders untergekommen, sagte AMS-Sprecherin Beate Sprenger. Mit deutlich mehr arbeitslosen Ex-dayli-Beschäftigte rechnet das AMS derzeit nicht, weil die Kündigungsfristen bei der insolventen Drogeriemarktkette bereits abgelaufen sind.

Arbeitsmarktlage bleibt angespannt

Die Zahl der Arbeitslosen im Handel stieg per Ende Oktober im Vergleich zum Jahr davor um 5.057 (+13,8 Prozent) auf 41.721 Personen. Den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es aber im Bausektor mit plus 18 Prozent auf 18.403 Personen, gefolgt vom Gesundheits- und Sozialwesen mit plus 16,4 Prozent auf 7.697 Personen und der Warenerzeugung (+12,4 Prozent). Etwas geringer fiel die Zunahme der Arbeitslosen im Tourismus (+9,7 Prozent) und bei der Arbeitskräfteüberlassung (+7,5 Prozent) aus.

"Ohne ein internationales Anziehen der Konjunktur ist jedoch leider nicht zu erwarten, dass die Arbeitslosenzahlen in den kommenden Monaten zurückgehen werden", betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Montag in einer Aussendung. Der Arbeitsmarkt bleibe "damit wohl auch in den kommenden Monaten schwierig. Trotz anhaltender Beschäftigungszuwächse und den ersten, aber noch sehr zarten Anzeichen von Entspannung wird die Arbeitslosigkeit - natürlich auch saisonbedingt - im kommenden Winter weiter zunehmen", erwartet Hundstorfer.

Zweithöchster Anstieg im Burgenland

Die schwächelnde Konjunktur hat die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen per Ende Oktober am stärksten im Industriebundesland Oberösterreich (+17 Prozent) ansteigen lassen, gefolgt vom Burgenland (+15,5 Prozent) und Niederösterreich (+14,1 Prozent). Die geringste Zunahme wurde in Vorarlberg (+6,4 Prozent), Salzburg (+9,4 Prozent) und Wien (+11 Prozent) verzeichnet. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg am stärksten in Wien (+18,2 Prozent), Salzburg (+15,7 Prozent) und Tirol (11,5 Prozent). Die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit stieg um zwei auf 98 Tage.

Wieder erhöhte sich die Männerarbeitslosigkeit im Oktober stärker als jene der Frauen. Von den vorgemerkten 280.336 Beschäftigungslosen waren 149.013 Männer (+13,3 Prozent) und 131.323 Frauen (+10,9 Prozent). Der stärkste Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde bei behinderten Personen (+25,7 Prozent) und bei älteren Arbeitnehmer ab 50 Jahren (+22,7 Prozent) verzeichnet.

Am Lehrstellenmarkt gab es im Oktober deutlich weniger offene Stellen. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ging leicht um 0,3 Prozent auf 5.732 Personen zurück. Gleichzeitig gab es aber weniger offene gemeldete Lehrstellen (-9,6 Prozent auf 3.804) und damit eine Lehrstellenlücke von 1.928 (+385).