Erstellt am 21. Juni 2011, 00:54

Ein Jahrzehnt nach Pleite Finale im Libro-Prozess. Der Libro-Prozess rund um den Börsegang im November 1999 sowie die Pleite des Buch- und Papierhändlers im Jahr 2001 geht am Dienstag in Wiener Neustadt mit den Schlussplädoyers der Verteidiger der fünf Angeklagten ins Finale.

Der Libro-Prozess rund um den Börsegang im November 1999 sowie die Pleite des Buch- und Papierhändlers im Jahr 2001 geht am Dienstag in Wiener Neustadt mit den Schlussplädoyers der Verteidiger der fünf Angeklagten ins Finale. Das erstinstanzliche Urteil will Richterin Borns nach Beratung mit den Schöffen nach fünfmonatiger Wahrheitssuche spätestens am Mittwoch verkünden.

Auf der Anklagebank sitzt die ehemalige Unternehmensführung des Buch- und Papierhändlers: Staatsanwalt Johann Fuchs wirft Ex-Libro-Chef Andre Rettberg (53) sowie Ex-Finanzvorstand Johann Knöbl (55), aber auch dem ehemaligen UIAG-Chef und Ex-Libro-Aufsichtsratschef Kurt Stiassny (60), dessen Stellvertreter und WU-Rechtsprofessor Christian Nowonty (60) sowie Wirtschaftsprüfer Bernhard Huppmann (52) Bilanzfälschung, Untreue und schwerer Betrug vor. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Sie haben im Verfahren die Vorwürfe immer wieder bestritten.

Ob der Libro-Niedergang um die Jahrtausendwende aufgrund von Bilanztricks und strafrechtlichen vorwerfbaren Handlungen der Libro-Unternehmensführung oder wegen des Platzens der Internet-Blase bzw. falscher aber nicht strafrechtlich relevanter Managemententscheidungen herbeigeführt wurde, muss das mit Spannung erwartete Urteil beantworten.