Erstellt am 07. Februar 2012, 13:35

Eingestellte Bahnlinie Oberwart-Friedberg: Shuttlebus kommt. Vergangenen August ist der Personenverkehr auf der Bahnlinie Oberwart-Friedberg eingestellt worden. Nun kündigte Landeshauptmann Hans Niessl (S) bei der Präsentation eines Konzepts für den Öffentlichen Verkehr im Südburgenland an, dass auf dieser Strecke bereits in den kommenden Wochen ein Shuttlebus kommen wird.

Die einstweilige Verfügung der YEG gegen die Maßnahmen zur Bahnauflassung (am Bild: eine Brückenabsicherung im Ofenloch) wurde vom Bezirksgericht St. Pölten abgewiesen. Diese Woche blickt alles nach Hollenstein, wo die SPÖ bisher viel Kritik am zehn Mio. Euro teuren Radwegprojekt zwischen Gstadt und Lunz geäußert hat.HACKL  |  NOEN
Für die Bürgerinitiative Südburgenland Pro Bahn, die weiterhin an ihrer Forderung nach Wiedereinstellung und Attraktivierung des Personenverkehrs festhält, ist das eine "nette Übergangslösung", so deren Sprecher Dietrich Wertz.

Ein Probebetrieb, vorerst für ein Jahr, soll in den kommenden Wochen gestartet werden. Die Strecke wird viermal in der Früh bzw. am Vormittag und viermal am Abend gefahren, erklärte Gesamtverkehrskoordinator Peter Zinggl. Bei der Studie sei "eindeutig" herausgekommen, dass der Bahnverkehr auf der burgenländisch-steirischen Strecke in Anbetracht der Fahrgastzahlen, die zu erwarten seien, "für das Land nicht zu finanzieren" sei, erläuterte er.

Trotzdem gebe es Bedarf, Friedberg zu erreichen. "Da gibt es jetzt den Ansatz des Shuttledienstes von der letzten Station der Buslinie G1, die eben Wien anfährt, eine Shuttleverbindung zum Bahnhof Friedberg zu machen", so Zinggl. Einen konkreten Fahrplan gebe es bereits, hieß es.

Niessl sprach von einem Defizit, das man bereits in den nächsten Wochen beheben wolle. Auf die Kritik, dass die Anbindung mangelhaft sei, sei in der Studie reagiert worden. Eine Ausschreibung habe es schon geben. Auch Preise liegen vor und wurden verglichen. Zum Shuttlebus meinte der Landeshauptmann: "Wenn er sehr gut angenommen wird, wird das ausgebaut, auch während dieses Jahres. Da werden wir nicht zuschauen, dass die Shuttlebusse überfüllt sind. Wenn er nicht angenommen wird, dann muss man nach einem Jahr sagen, da gibt's eine andere Lösung."

Das vorgestellte Verkehrskonzept beinhaltet auch ein Modell mit Gemeindebussen und Anruftaxis, das sich bereits in Niederösterreich bewährt hat. Das Pilotprojekt in fünf südburgenländischen Gemeinden (Inzenhof, Tschanigraben, Klein- und Großmürbisch und Neustift bei Güssing, Anm.) gibt es bereits und soll demnächst ausgeweitet werden. Acht weitere Regionen sollen folgen. Dafür wendet das Land Burgenland 200.000 Euro auf. Der Ball liege nun bei den Gemeinden, meinte Niessl. Ansprechpartner ist die Mobilitätszentrale.

Mittelfristig fasse man außerdem ein grenzüberschreitendes Projekt mit Ungarn ins Auge, nämlich eine direkte Zugverbindung von der südlichsten Bezirkshauptstadt des Burgenlandes Jennersdorf in die Landeshauptstadt Eisenstadt. Würde im Landessüden das "letzte Stück elektrifiziert", sei es theoretisch denkbar, dass Eisenstadt in zwei oder Wien in zweieinhalb Stunden mit der Bahn erreichbar sei, erläuterte Zinggl. Dieses Projekt müsse man allerdings mit Ungarn angehen und gemeinsam die Potenziale erheben, schließlich verläuft ein Teil der Strecke durch das Nachbarland.