Erstellt am 24. Oktober 2012, 10:22

Einheitlicher europäischer Luftraum wird angepeilt. Das EU-Parlament in Straßburg hat die schnelle Einführung des einheitlichen europäischen Luftraums gefordert.

 Damit könnten das Flugnetz entlastet, die Sicherheit verstärkt, Flugzeiten und Verspätungen verringert, Arbeitsplätze geschaffen sowie auch dem Klimaschutz durch Senkung der CO2-Emissionen geholfen werden, heißt es in einer Entschließung.

Der ÖVP-Europaabgeordnete Hubert Pirker kritisierte am Mittwoch, dass das "größte Verkehrs- und Klimaschutzprojekt der EU an der Besitzstandswahrung der nationalen Flugsicherungen zu scheitern droht". Seit 2010 sei beschlossen, dass die bisher 36 nationalen Flugsicherungen bis zum 4. Dezember dieses Jahres in nur neun sogenannte Funktionale Luftraumblöcke (FAB) statt bisher 35 zusammengefasst und mit neuer Technik gesteuert werden sollen. "Dieser Termin wird nicht mehr zu halten sein" bedauert Pirker nun.

"Durch die Säumigkeit fast aller Länder in der EU entstehen Milliardenkosten, die Flüge dauern länger und Millionen Tonnen Treibhausgas werden nicht vermieden", kritisierte Pirker, der auch Österreich vorwarf, sich nicht an den vereinbarten Zeitplan zu halten. Bisher haben nur Irland, Dänemark, Schweden und Großbritannien den Luftraum neu geordnet. Der österreichische Luftraum hätte bis Dezember mit Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Kroatien und Bosnien zusammengefasst und einer gemeinsamen Flugsicherung unterstellt werden sollen.

Die EU-Kommission schätzt, dass die rasche Bereitstellung der Technologie für das Luftverkehrsleitsystem für den einheitlichen europäischen Luftraum (SESAR) zur Schaffung von 328.000 Arbeitsplätzen sowie zu einer Netto-Einsparung von etwa 50 Millionen Tonnen CO2-Emissionen führen kann. Passagiere sowie Fluggesellschaften könnten von den Kostensenkungen profitieren, wenn der Luftraum entlastet wird. Flugzeiten würden im Schnitt um etwa zehn Prozent verkürzt, und es gäbe nur noch halb so viele Annullierungen und Verspätungen.